Mitleid und Krieg

Ja, die Macht der Bilder. Da wird die Sache, also die seit Jahren andauernde kriegerische Auseinandersetzung diffusester Parteien in Syrien, dann persönlich und emotional. Natürlich fühlt der satte Deutsche mit auf seinem Sofa und fordert das sofortige Ende. Wie die sofortige Aufnahme aller Flüchtlinge nach dem Bild vom ertrunkenen Jungen am türkischen Strand. Dabei verkennt man dann zweierlei: wir verfügen über derlei Allmacht nicht. Weder spielt die Bundesregierung eine annähernd bedeutungsvolle Rolle in diesem Krieg noch verfügt sie über die Mittel und das Mandat daran etwas zu ändern. Man bedenke den Aufschrei der Bevölkerung zur Zeit unseres weitgehend unkriegerischen Einsatzes in Afghanistan. Also wozu genau sollen wir unsere Regierung zwingen? Sollen die mit Putin, Erdogan, Assad und dem IS reden? Tun die seit Jahren. Hört nur keiner drauf. Diesen Krieg, in dem seit Jahren Zivilisten sterben, beendet man mit guten Worten nicht. Das Mitleid mit allen Opfern von Gewalt ist ja zweifelsfrei angebracht. Die Tendenz, alle Probleme lösen zu wollen jedoch nicht. Das ist anmaßend und erfordert im übrigen meist Methoden, die wenig Akzeptanz erwarten lassen.

Syrienkrieg

http://www.bento.de/politik/aleppo-in-syrien-die-ikonischen-fotos-reichen-nicht-um-uns-wachzuruetteln-791484/