Mutter-Kind-Parkplätze - Warum so wenig Hirn so viel Platz braucht.

Es gibt sie. Kinderhasser, die Rasierklingen auf Spielplätzen deponieren, meckernde Omis und Nachbarn, die sich über Kinderlärm beschweren und Chauvinisten, die Ihr viel zu großes Ego wohlweislich auf den falschen Platz parken.

Die Autos werden immer breiter, die Parkplätze nicht. Frei nach dem Motto: " Mehr Parkplätze - mehr Kundschaft."
Doch anders herum wird ein Stiefel draus. Mittlerweile ist es für viele ein echtes Problem den 2,30 breiten SUV in die ebenso breite Parklücke zu buchsieren, so dass von vornherein zwei Plätze mit einem Auto belegt werden. Ich kann es den Besitzern nicht einmal verübeln. Ich selbst fahre lieber zu dem Supermarkt, bei dem ich weiß, dass ich nach Abstellen meines Vehicles auch noch aussteigen kann. Und das liegt sicher nicht an einer mangelnden Fähigkeit einzuparken. Die Rechnung der Parkhäuser und Einkaufscentren geht also nur auf, weil der Verzicht auf ein, zwei Kunden immer noch günstiger kommt, als den kompletten Platz zu sanieren.

Einige Vorreiter gibt es aber bereits. Ausreichend Platz auf der gesamten Fläche, gute 30 cm zum Austeigen auf jeder Seite, wie der ADAC es empfielt. Und trotzdem lassen es sich einige Blitzmerker nicht nehmen, sich bequem ohne Kindersitz und Anhang in der ersten Reihe zu präsentieren.
Ich weiß nicht, was es ist, was die letzten Synapsen bei einigen Parkplatzsuchenden in den Stand-by-Modus versetzt, aber laßt Euch sagen: Mutter und Kind benötigen den extra breiten Eltern-Kind-Parkplatz nicht, weil Mama so chaotisch Auto fährt. Daher mag wohl das Gerücht stammen, dass Frauen nicht einparken können. Auch scheint sich in so manchem Oberstübchen der Autofahrer festgesetzt zu haben, dass Mutter und Kind mit dem Platz direkt vor der Tür eine Extrawurst bekommen würden, die sie weder verdient haben, noch ihnen gegönnt wird: "Wenn nicht ich, dann auch kein anderer!"
Auch da fordere ich gern noch einmal zum Nachdenken auf.
Bevor der obligatorische Hausfrauenstempel aufgedrückt wird, blicken wir doch einmal zu Mutti rüber, die gerade den schweren MaxiCosi Babysafe auslädt und dabei nicht nur die ganze Türbreite benötigt, sondern auch ihren 3jährigen Nachwuchs im Auge behalten muß, der von Verkehrserziehung in dem Alter vielleicht schon gehört, aber noch nicht verinnerlicht hat. Wie gut, dass dieser breite Parkplatz direkt am Bürgersteig vor der Supermarkttür frei war. Marc Uwe Klings Kanguruh würde jetzt wahrscheinlich sagen: "Merkste selber, nech."

Was ist es also, was all die kinderlosen Sportwagen- oder SingleCarfahrer dazu drängt, sich diesen reservierten Platz zu ergattern? Böse Zungen würden vielleicht sagen: "Von der Natur benachteiligt.", aber ich denke, wir bleiben objektiv.
Eine Begegnung mit einem Herren, der "nur mal schnell" was holen wollte, läßt mich allerdings an einer rechtfertigenden Erklärung zweifeln. Als ich ihn freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam machte, dass die Plätze einem bestimmten Zweck dienen, formte er seine Hand zum Entenschnabel und schnatterte die Worte: "Mecker, mecker, mecker." Nicht nur, dass er sich selbst damit ziemlich lächerlich gemacht hat, ich ließ ihn darauf hin wissen, dass es wohl einen Grund geben muß, warum er keine Argumente vorzuweisen hat.

Ähnliche Begegnungen erlebe ich immer wieder bei Freunden oder anderen Müttern, die den Kampf gegen so viel Ignoranz noch nicht aufgegeben haben. Tja, als Mutter hat man es nicht immer leicht. Möglicherweise würde die Festsetzung eines Bußgeldes Abhilfe schaffen. Doch bis Deutschland so weit ist, wundern wir uns weiter über die sinkende Geburtenrate.
Bleibt eigentlich nur die Erkenntnis, ohne jemandem nahe treten zu wollen, dass diese einfallsreichen Falschparker auf Grund fehlenden Verstandes auf den Behindertenparkplätzen vis-a-vis ggf. besser aufgehoben wären. Ach, hoppla. Ohne Ausweis kostet es ja dann ein Bußgeld.
Merkste selbst, nech.

Mutter-Kind-Parkplätze

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mutter-Kind-Parkplatz

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