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Nach Paris - Was bleibt... Teil 2

Hier zeigt sich die negative Seite unserer Gesellschaft - Sie ist schutzlos gegenüber äußeren Bedrohungen, weil sie sich dagegen wehrt, diese Bedrohungen zur Kenntnis zu nehmen. Wir wehren uns dagegen, zu erkennen, dass sich unter den vielen Menschen, die bei uns Schutz suchen, nicht nur Tausende sind, die in der derzeitigen Situation eine hervorragende Gelegenheit sehen, um ihre wirtschaftliche Situation auf unsere Kosten zu verbessern, sondern dass sich darunter auf einige finstere Gestalten befinden, die den Schutz des Asylrechts nutzen wollen, um ihren Krieg auch zu uns zu tragen. Wir fühlen uns an dem Leiden der Flüchtlinge selbst schuld, weil die Kriegsparteien in den Krisengebieten mit Waffen aufeinander schießen, die sie möglicherweise von uns bekommen haben. Wir fühlen eine Verantwortung für jedes Kind, dass von seinem Vater in eine Nussschale gesetzt wurde, um damit das Mittelmeer zu überqueren und dabei ums Leben kam. Wir laden das Elend der Welt auf unsere Schultern und vergessen dabei komplett, an uns zu denken. Denjenigen, die an sich denken und darauf verweisen, dass wir das doch nicht schaffen werden und dass massive Probleme auf uns zukommen, bezichtigen wir des Rechtspopulismus.

Dabei ist genau dies doch ein Schluss, den man aus dem Massaker von Paris ziehen sollte. Unsere heile Welt hat spätestens mit dem 13.11. ihre Tore geschlossen. Die Zeiten sind vorbei, in denen man fröhlich in den Tag hineinleben und von Urlaub zu Urlaub planen konnte, während man darauf vertraute, dass der Staat schon für die Armen der Welt Sorge tragen würde. Die Armen der Welt sind dabei gar nicht so das Problem. Wenn man mal wirklich gemeinsam versuchen würde, das Problem der Armut in der Welt zu lösen, könnte man viel erreichen. Bereits jetzt hungern deutlich weniger Menschen auf der Welt als noch vor dreißig Jahren. Der Islam an sich ist auch nicht das Problem. Die Mehrheit der Moslems hat nicht vor, ihre Religion mit Feuer und Schwert in die Welt hinauszutragen. Das Problem ist eine kleine Gruppe von gewaltbereiten Fanatikern, die kein Problem damit haben, den Islam und die Armen der Welt, die zu uns strömen, als Geiseln zu nehmen, sowohl im Nahen Osten als auch hier, um unsere heile Welt zu zerstören. Und genau das werden sie tun, oder sie werden es auf jeden Fall weiter versuchen. Sie müssen nicht gewinnen. Sie müssen keinen islamischen Staat in Europa errichten. Wenn sie es schaffen, unsere offene, pluralistische und harmonische Welt ins Wanken zu bringen, haben sie schon gewonnen.

Was bleibt also für den Einzelnen nach den Ereignissen von Paris? Im Grunde genommen, was sich schon lange abzeichnete. Es wird Zeit, sich ins Private zurückzuziehen, aufs Land zu ziehen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Attentäter in Lauterbach oder Bad Bevensen zuschlagen, ist sehr eingegrenzt. Weiterhin meide man Massenveranstaltungen. Es ist einerseits wichtig, dass das Freundschaftsspiel vom Mittwoch in Hannover stattfindet, um klarzustellen, dass wir dem Terrorismus gegenüber nicht klein beigeben, aber anderseits sollte nach dem 13.11. klar sein, dass jedes Ereignis, bei dem viele Menschen zusammenkommen, Terroristen anzieht wie das Licht die Motten. Und man überlege sich bei allem, was man tut, ob es sicher ist. Es ist Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass das Zeitalter der Sicherheit in Europa, das sagenhafte siebzig Jahre andauerte, möglicherweise vorbei ist.

Wir sollten uns weiterhin überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, klar und unmissverständlich zu unserer christlich-abendländischen, unserer pluralistischen und freiheitlichen Welt zu stehen. Wir sollten uns klar überlegen, ob es wirklich zielführend ist, wenn wir jede kritische Äußerung über den Islam unterdrücken, weil sich Moslems davon getroffen fühlen könnten. Wir sollten klar nach außen vertreten, dass auch Religionskritik und Kulturkritik durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist und einen wichtigen Teil unserer Gesellschaft ausmacht. Wir sollten uns darüber klar sein, dass unsere Gesellschaft auch nach innen härter werden muss, wenn wir den Gefahren von außen trotzen wollen, dass wir nicht in jedem Fall die persönliche Betroffenheit jedes einzelnen Menschen zum Maßstab nehmen können, wenn es darum geht, erkannte Missstände anzusprechen und anzugehen.

Das ist das Signal, das vom 13. November ausgeht. Es ist Zeit, aus unserer wunderbaren, bunten Multikulti-Kuschelwelt aufzutauchen und erkennen, dass es Gefahren gibt, denen man sich stellen muss, wenn die Wände unseres Schutzraums nicht irgendwann unter der Einwirkung von Bomben und Granaten einbrechen sollen. Es wird Zeit, aus dem Teenageralter auszusteigen und erwachsen zu werden. Wir werden unsere heile Welt nur erhalten können, wenn wir auch bereit sind, sie zu schützen.

#ParisAttacks