Neues aus dem 27 Club

Nach „Cobain: Montage Of Heck“ und „Amy“ schon wieder eine Dokumentation über ein Mitglied des sagenumwobenen 27 Club; und auch „Janis“ erzählt den Mythos der sensiblen Künstlerseele, die an inneren und äußeren Konflikten zerbricht.

In der mitreißend arrangierten Collage erfahren wir viel über die Musikerin Janis Joplin und noch mehr über die empfindsame Person hinter Songs wie „Cry Baby“. Auf der Highschool wegen ihres nicht unbedingt Prom Queen-haften Aussehens gemobbt, entdeckt die rebellische Janis eines Tages zufällig, wie sie hier schmunzelnd erzählt, die rohe Kraft ihrer Stimme. Sie beschließt, Sängerin zu werden und zieht mit 17 von Texas nach San Francisco, mitten hinein in die goldene Ära des Rock 'n' Roll. Der Aufstieg ist rasant. Doch die bedingungslose Liebe, die sie in ihren Songs beschwört, findet Janis nicht - dafür schnell Gefallen an Whisky und Heroin.

Aus Originalaufnahmen und Interviews mit Familienmitgliedern und Weggefährten montiert Regisseurin Amy Berg das berührende Porträt einer Ausnahmekünstlerin, die vor Leben und Charisma nur so sprühte, im Inneren aber ein sehr einsamer Mensch war. Ausschnitte aus Liveperformances und persönlichen Briefen, gelesen von Cat Power, komplettieren das schmerzhaft klare Bild einer sympathischen Pionierin, ohne die der Rock 'n' Roll-Zirkus um einiges ärmer gewesen wäre.

Janis - Little Girl Blue

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