Neustart für die Kommentarkultur

Egal auf welche Website man geht: Fast überall kann fast alles kommentiert werden. Besonders in sozialen Netzwerken gehört der Kommentar zu den wichtigsten Funktionen. Unter einem Post von Miley Cyrus stehen innerhalb weniger Stunden über 1000 Kommentare. Solche Beiträge bestehen meist aus zwei bis fünf Wörtern, Phrasen wie "lovely dress <3" oder "OMG she's wearing clothes.." werden tausendfach gepostet, um die eigene Meinung kundzutun. Wer mehr zu sagen hat als "That's AWESOME!" und "wtf??", hat längst schon die Motivation verloren, die eigene Meinung in sozialen Netzwerken zu äußern oder sich gar an einer ernsthaften Diskussion zu beteiligen.
Auf der anderen Seite fragt man sich: Wer liest sich eigentlich die Kommentare tausender fremder Menschen unter einem Foto von Miley und ihrer Zunge durch? Höchstens noch Miss Cyrus selbst. Die meisten anderen haben nach spätestens 20 Einträgen alles an wertenden Onlinern gesehen und hören genervt auf zu lesen. Tag für Tag werden so in den einschlägigen sozialen Netzwerken Gigabyte von nutzlosem Content generiert.
Bekanntlich sind die Inhalte dieser Kommentare nicht immer harmlos. Auf vielen Plattformen ist die Kommentarfunktion schon lange zum reinen Vehikel für Spam und Beleidigungen verkommen, Youtube-Stars wie Pew Die Pie haben die Kommentare längst deaktiviert. Eine niveauvolle Kommentierungs- und Diskussionskultur findet im Netz praktisch nicht statt. Wer aber zu einem Thema wirklich etwas zu sagen hat, sollte die Möglichkeit dazu haben, ohne sich zur öffentlichen Zielscheibe zu machen - und ohne dass die eigene Meinung ungelesen in den endlosen Datenspeichern der sozialen Netzwerke verschwindet. Ich kommentiere deswegen ab jetzt auf whicee!

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Kommentarkultur im Netz