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Nicht mehr hier und jetzt

Was das Smartphone-Starren in der Öffentlichkeit betrifft, bin ich nicht der Ansicht, daß jeder das richtige Taktgefühl besitzt. Wenn ich alleine in der Bahn sitze und mich mit meinem Handy beschäftige, ist das sicher nichts verwerfliches. Aber zu oft habe ich in meinem Bekanntenkreis wahrgenommen, daß Leute sich eben nicht mehr auf ein Gespräch unter „echten Menschen“ konzentrieren können, so lange das Smartphone auf dem Tisch liegt und bei jeder eintrudelnden Nachricht entsprechende Geräusche macht. Sofort wird auf das Handy geschaut, die Kommunikation mit dem realen Gegenüber gestört. Ich spreche von Menschen, die ich normaler Weise nicht als schlecht erzogen oder unhöflich bezeichnen würde. Es ist ein allgemeines Phänomen unserer Zeit, daß wir immer mehr dazu neigen, Menschen und Dingen, die in Wahrheit weit weg sind, mehr oder mindestens genausoviel Aufmerksamkeit widmen wie den Personen, die sich in unserem direkten Dunstkreis bewegen. Das ist in meinen Augen nicht nur absurd, sondern auch beunruhigend. Denn wir leben immer weniger im hier und jetzt. Und das ist auch ein Problem von ständig verfügbarer Technik.

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