Punk is not dead ? It is.

Alles ist ja heute Punk und nahezu jeder. Nach Iggy´s Definition verstehe ich das ja auch. Jemand der viel will, aber nichts kann. Gibt es ja so viele davon. Gina-Lisa, Heidi, der Maas, die ganze schräge Butterfahrt. Als die Welt früher noch in Ordnung war, konnte man das Genre wenigstens musikalisch abgrenzen. Und darum geht es doch in der Subkultur, vor allem der jugendlichen. Um Abgrenzung. Heute wird das verwechselt mit angepasstem Hedonismus, der gegen das nicht mehr existente Establishment opponiert. So subtil, das er über weite Strecken selbst Establishment wird. Tolerant wie wir sind, erschrickt das alles ja niemanden mehr. Das ist ja irgendwie auch schön anzusehen, wenn Rockabillys, Normalos und Punker zusammen Outlaw Blue Grass hören. Nur ist es halt kein Punk. Für mich bleibt es die subkulturelle Bewegung der 70er, begonnen in New York, vollendet in England. The Sex Pistols, The Exploited, The Clash, CockneyRejects, ChargedGBH. Frustrierte working class Garagen Rocker. Nihilistisch, diffus in Arrangement und in der Umsetzung unpräzis. Und politisch. Sehr unkonventionell politisch, mündend im Anarchiebegriff. No Future. Heute saufen die nur, sind musikalisch immer noch diffus aber nicht mehr abgegrenzt und verpacken das von Iggy zitierte Unvermögen dann als Punk. Weil die zu faul sind, sich einen eigenen Begriff auszudenken, glaube ich. Aber gut, irgendwie versöhnt mit der dynamischen Begriffsbesetzung hat mich die Recherche auf Wikipedia, nach der der Begriff Punk schon von Shakespeare in Maß für Maß bemüht wurde. Als Umschreibung für eine Prostituierte. So werde ich wohl damit zurecht kommen müssen, dass nichts für immer ist. Punk is not dead.

Punk

https://www.youtube.com/watch?v=qSY0K8_JQv4

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