Qualifizierte Meinungsäußerung?

Hi Sven,
dass du manchmal etwas kreativ mit der Rechtschreibung umgehst, offenbar eine schwere Aversion gegen das Komma hast (möglicherweise frühkindliches Trauma, keine Kommata in der Buchstabensuppe?) und deine Texte manchmal etwas hastig hingerotzt klingen – daran habe ich mich gewöhnt. Über den Beitrag neulich mit dem Hinweis auf das Projekt WHAT’S IN MY BAG? habe ich mich gefreut. Eben las ich deinen Comment „Zum Thema Wirtschaftsflüchtlinge!“, war (kurz) verwirrt und habe mich dann geärgert. Auch nur kurz.

Du hast beim Schreiben offenbar immer mehr die Perspektive verloren, und das lässt mich als Leser hilflos zurück. Was willst du uns sagen? Bin ich nun ein Nazi, wenn ich das Wort Wirtschaftsflüchtlinge benutze? Bin ich kein Nazi, wenn ich es meide wie die Pest, und nirgendwo den Gutmenschen raushängen lasse? Kann es sein, dass unter den vermutlich mindestens 800.000 Flüchtlingen, die dieses Jahr in Deutschland ankommen, auch Wirtschaftsflüchtlinge sind? Und wenn ja, wie soll man die nennen? Nichtdeutsche mit finanziellen Engpässen und starkem Veränderungswunsch? Wenn ich am Dortmunder Bahnhof heimlich Flüchtlingen helfe und ab und zu Geld spende, das und den verachtungswürdigen Gutmenschen aber nie und nirgendwo raushängen lasse, mir das Wort Wirtschaftsflüchtling dennoch schon über die Lippen kam (vielleicht im Traum, ich rede auch im Schlaf), bin ich dann ein Nazi? Sind wir alle Nazis? Du auch?

Inwieweit dein Beitrag eine qualifizierte Meinungsäußerung (O-Ton Startseite whicee.com) oder doch eher etwas ist, was du nicht ganz so übereilt hättest veröffentlichen sollen – ich glaube, meine Sicht dazu ist klar. Als Bewertung gab es nur eine 1,0. Kleiner Tipp, auch die ganz Großen haben ihre Texte immer wieder überarbeitet und manches ist im Papierkorb gelandet. Zu Recht. Wie sagt ein befreundeter Computerfreak gern – zuerst brain.exe ausführen, dann weitersehen.

Flüchtlingsdebatte

https://youtu.be/2nOQlwm0SkU