R.I.P. Mohamed - Schützt die Trauernden!

Hier noch zum weiteren Hintergrund, etwas ausführlicher: http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2015/10/soko-mohamed-polizei-berlin-nimmt-verdaechtigen-fest.html

Ich bin erschrocken und empört darüber, mit welcher Kaltblütigkeit der Täter vorgegangen sein muss. Er muss über die Medien vom Chaos vor dem LaGeSo erfahren haben und hat dieses für die Kindesentführung ausgenutzt.

Ausgehend von den Erfahrungen in Sebnitz ist es tatsächlich nun wichtig, die Familie zu schützen. Dies auch deshalb, weil es bei solchen Taten mit Kindern in diesem Alter immer auch um die "Aufsichtspflicht" geht, die in erster Instanz bei den Eltern liegt. Insofern ist die Pressemeldung von "Moabit hilft" sehr gut und wichtig, diese schreckliche Tat nicht zu instrumentalisieren, d.h. auch gegenüber der LaGeSo Behörde keine Schuldzuweisung auszusprechen.

Ich habe nicht vergessen, was in Sebnitz geschah und wie der tote kleine Joseph instrumentalisiert wurde und eine Schlammschlacht daraus entstand, die sich dann später gegen die Familie Kantelberg-Abdullah richtete. Insbesondere deshalb, weil die emotionale Pest gegenwärtig noch schlimmer in Deutschland grassiert als im Jahr 2000, halte ich es für wichtig, die Familie des ermordeten Mohamed, die wirklich Trauernden, beizustehen. Ich hörte - schon während ich die Nachricht in den Medien las - bereits die Stimmen der "Pedisten" im Hintergrund, die gegen Roma hetzen und darauf pochen, dass Bosnien-Herzegowina doch "ein sicheres Herkunftsland" sei und ggf. anmerken, dass - wäre die Familie abgeschoben worden - Mohamed vielleicht noch leben würde. Oder die fragend posten: "Was hatten die seit einem Jahr in Berlin lebende Familie aus Bosnien-Herzegowina denn dort, vor dem LaGeSo noch zu suchen?" Hatten sie nicht bereits geschrieben, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden wäre, um der Abschiebung zu entgehen? Ich bin nur froh darüber, dass der Mörder gefasst wurde und geständig ist, denn sonst würden sie gar noch behaupten, dass "die eigene Sippe" das Kind ermordet hätte. Sie werden diese Tat und den toten Jungen grausam instrumentalisieren, denn sie kennen keine Empathie und respektieren das Leben eines menschlichen Individuums nicht.

Insofern - und auch deshalb, weil sie unter der angedrohten Abschiebung leidet - dürfte der trauernden Familie des kleinen Mohamed noch viel Leid bevorstehen.

Verantwortlich für dieses Leid sind wir alle. Dies, weil wir ein System füttern, in dem Menschen zu Menschenmaterial gemacht werden und welches dazu geführt hat, dass wir an Bildern mit Kinderleichen in Kriegsgebieten oder in Mittelmeer vorbei sehen. Oder wir gucken kurz hin, wenn mal eine Kinderleiche ans Ufer gespült wird, wenden uns aber dann wieder den kapitalistischen Sachzwängen zu, die dafür verantworlich sind. Ja, es sind diese Sachzwänge des Kapitals, die der Ware-Geld-Beziehung. Und eben diese Beziehung ist in der bürgerlichen Gesellschaft wichtiger, als das menschliche Beziehungsgeflecht. Letzteres ist eben Kapitalinteressen unterworfen und immer mehr Menschen werden dazu verpflichtet, nur noch als Kanonen- oder Drohnenfutter zu taugen.

Und auch Kindesmörder, Pädosadisten werden durch diese Gesellschaft herangezüchtet, denn niemand wird als Kindermörder geboren. Auch nicht die Eltern des kleinen Dennis aus Cottbus, der elendig verhungerte und dessen Leiche in einer Tiefkühltruhe entsorgt wurde. (siehe: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/urteil-im-dennis-prozess-die-grausamkeit-des-nichtstuns-a-402136.html ) Überhaupt finden die meisten Kindestötungen in Deuschland im Familienumfeld statt, u.a. durch Schüttteltrauma (siehe: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40936/1.html )

Woran liegt das? Weil die Produktion von Waffen von der globalen politischen Ökonomie bürgerlichen mehr gesponsert wird, als die Produktion menschlichen Lebens, insbesondere die frühkindliche Erziehung im Elternhaus und in Kitas.

Lasst uns die Trauer in Empörung zur Aufhebung dieses unmenschliche Systems verwandeln, damit unsere Kinder eine Zukunft haben!

Flüchtlingsdebatte

http://www.sat1.de/news/panorama/fluechtlingsjunge-mohamed-tot-trauer-am-lageso-101007