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Religion und Selbstbestimmung

Ich denke eine Auseinandersetzung mit den quasi-"faschistischen" Spielweisen des Islams muss sowohl zeitlich als auch räumlich mehrgleisig laufen.
Islamischer Antisemitismus ist meiner Meinung nach weniger ein westlicher Exportartikel als eine historisch ursprüngliche Konfliktlinie seit den Anfangstagen islamischer Expansion, die sich sowohl machtpolitisch als auch religiös gestaltet. Andererseits fungiert er auch als modernes identitätsstiftendes Kriterium der Selbstverortung entgegen imperialistischer und zionistischer Ansprüche im Nahen Osten, die sich insgesamt als Produkte europäischer Kolonialherrschaft darstellen.
Der Antisemitismus kann als religiös markierter, abgrenzender Teil des Strebens nach politischer und kultureller Autonomie verstanden werden, das durch die totalitäre Auslegung innerhalb des Wahhabismus bedient wird, in dem liberale Konzepte moderner Bürgerschaft und partzipatorische Konzepte außerhalb des "Gläubigentums" grundsätzlich abgelehnt werden.
Durch die autoritär korporatistische Gestaltung ergeben sich eher strukturelle als traditionelle Parallelen zu faschistischen Systemen und besonders zum völkisch-religiösen und ebenfalls antisemitischen Nationalsozialismus. Ich sehe da mehr einen Schulterschluss von Ähnlichkeiten in den sich abgrenzenden Eigenarten dieser Systeme als eine inhaltliche Übernahme.
Der Begriff Islamofaschismus ist daher auch für mich nur bedingt brauchbar und irreführend, da er sich auf abgeleitete Kernmerkmale beschränkt und eigentlich keine ideengeschichtliche Tradition beschreibt. Auch dient er mehr der Abgrenzung von außen und der Kreation eines Feindbildes als dem Selbstverständnis islamistischer Strömungen.

Islamkritik

Hamed Abdel-Samad