SF Masterworks - Originale lesen

Gelangweilt von meinen vermeintlich literarisch hochwertigen Romanen, habe ich im letzten Sommer angefangen, Science Fiction zu lesen. Auf diese literarische Entdeckungsreise wurde ich von einer ehemaligen Arbeitskollegin im Buchladen geschickt, die so enthusiastisch über das Genre geredet hat, dass sie mich mit ihrer Begeisterungsfähigkeit für das Genre angesteckt hat. Und was gibt es schöneres als sich in ein neues Genre einzulesen? Wenn die Ideen noch frisch und unverbraucht erscheinen und man nicht gleich nach zehn Seiten das Buch zuschlägt, weil einem vor Müdigkeit die Buchstaben vor den Augen tanzen und die Wörter sich wie Kaugummi über die Seite ziehen, ohne einen Sinn zu ergeben.

Wer dabei gerne Klassiker eines Genres liest, dem sei die SF Materworks-Serie im Gollancz-Verlag ans Herz gelegt. Gollancz spezialisiert sich auf Fantasy und Science Fiction und macht mit der Masterwork-Serie Klassiker wieder erhältlich, die seit Jahren nicht mehr im Druck waren. Ich persönlich mag vor allen Dingen die gelben grell-leuchtenden Buchrücken, die es einfach machen, die Bücher auf dem Regal zu sichten. Die Covergestaltung ist dem Genre angepasst, obwohl leider nicht immer so wunderbar trashig wie vielleicht die Erstausgabe. Zum Beispiel auf dem Cover von "The Shrinking Man" sehen wir nun auf dem Nachdruck Schränke aus der Froschperspektive, bedrohlich hoch aufragend, während das Original einen Mann in einem Streichholzbrief stehend zeigt, der versucht eine Spinne mit einer Nadel abzuwehren.

In der Serie erhältlich sind all die großen Namen: Ursula K. Le Guin, Samuel R. Delany und die Strugatsky-Brüder. Es gibt aber noch viele andere Autor*innen zu entdecken. Dank den Masterworks habe ich das großartige "The Female Man" gelesen, ein hochkomplexer Science Fiction Roman, der mein Gehirn richtig gefordert hat. Ich würde sogar soweit gehen , es als feministisches Manifest zu bezeichnen, über das man noch heute sehr gut streiten kann. Oder das geniale "Ubik", geschrieben von Philip K. Dick, eineTour de Force, die gekonnt mehrere Realitätsebenen im Roman miteinander verschachtelt und die Leserin rätseln lässt, was eigentlich passiert ist. Schnell zeigt sich auch, dass Science Fiction nicht nur 'einfach' geschrieben ist, sondern das perfekte Medium ist, gesellschaftliche Ideen durchzuspielen und neue mögliche Welten und Realitäten zu erschaffen. Kurz: Science Fiction ist ein literarisches Medium, das seinen Leser*innen die Möglichkeit gibt, eingefahrene soziale Kategorien kritisch zu hinterfragen (Ethnie wäre so eine Kategorie oder auch Gender) und neue Perspektiven aufzeigen kann. Nebenbei kommt der Entertainment-Faktor aber auch nicht zu kurz, was dieses Genre gerade so interessant macht. Gerade deswegen sei jedem und jeder die SF Masterworks-Serie ans Herz gelegt.

Bücherverlag

https://www.worldswithoutend.com/lists_sf_masterworks.asp