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Süchtig nach Sheldon, Barney, JD und Co.

Es ist ja so: Fernsehen macht dumm. Man sitzt vor dem Narrenkastl (wie mein Vater zu sagen pflegt) und sieht sich das fiktive Leben fiktiver Personen in Serienfolge an, während der eigene Körper sich während einer durchschnittlichen 20-Minuten-Folge kaum bewegt und in seiner Untätigkeit dabei nur vom eigenen Gehirn übertroffen wird.
Aber wie schön ist doch ein Nachmittag auf der Couch, wenn er bereichert wird von Sheldon, Barney, JD und Co.?
Ich gebe es zu: Serien sind eine meiner größten Leidenschaften. Das finden viele okay. Was hingegen kaum jemand so richtig versteht: Ich sehe sie mir immer und immer wieder an.
Sobald ich weiß, wie Ted die Mutter kennenlernt, geht’s wieder los mit dem blauen Flügelhorn und zu frühen „Ich liebe dich“-Sagern. Und wenn JD und Elliott aus den Bahamas zurückkommen und er den Job wechselt, klingelt auch schon wieder der Wecker zum ersten Tag eines Assistenzarztes im Sacred Heart. Bei Sheldon, Leonard und Co. bin ich noch beim etwa dritten Durchgang, aber zu meinem leichten Beschämen muss ich gestehen, dass ich bei How I Met Your Mother mittlerweile sicher in Runde 6 oder 7 bin.
Ja, es lässt sich wohl vermuten, dass ich nichts anderes zu tun hätte, dass ich es die ersten fünf Male nicht kapiert hätte, dass ich an Alzheimer leide… Die Wahrheit ist: Ich mag anscheinend Wiederholungen. Das ist so wie bei Hunden oder kleinen Kindern.
Das Universum, in dem die jeweilige Serie spielt, ist wie eine kleine Welt, in die man nach einem Arbeitstag galant schlüpfen kann, als wäre es die echte Welt, die sich in einem schwarzen Kastl befindet. Und je öfter man es sich reinzieht, desto bekannter ist einem diese Welt, desto wohler fühlt man sich darin.

Natürlich darf man es auch nicht übertreiben. Ich habe einmal von einer Studie gehört, die besagt, dass Serienliebhaber zu ihren Lieblingscharakteren ein ähnliches Verhältnis haben wie zu Freunden. Erstere übersteigen bei diesen Junkies zweitere mengenmäßig meist maßlos. Spätestens, wenn man echte Freunde versetzt, um sich die neue Folge anzusehen, stimmt was gewaltig nicht.
Nein, Ted, Doug, Charlie und Co. sind nicht meine Freunde und ich treff mich auch lieber mit meinen echten Freunden als mit Malcolm und Rory. Aber eines ist klar: Leidenschaften sind keine ohne das Leiden. Und die Freude auf eine neue Folge kann unbändig sein und einen das Gaspedal auf dem Heimweg schon etwas fester durchdrücken lassen.
Ja, ich gehöre wohl zu den Junkies. Das macht aber nichts. Denn es kann mir ein Grinsen ins Gesicht zaubern, wenn ich tagsüber an Sheldons beste Aussagen denke, es kann mir helfen, wenn ich mich gerade in ein Problem verrenne und es bringt mir mit dem schweigsamen Freund einer Freundin unser einziges gemeinsames Gesprächsthema. Womit wir dann wieder beim echten Leben wären und das ist mir dann doch lieber, auch wenn es hier kaum Wiederholungen gibt.

Serienjunkies