„Sleep“ – gute Nacht mit acht Stunden Musik

Total Playing Time 8:24:21 – eine Komposition von über acht Stunden und die Idee dahinter ist so einfach wie faszinierend. Musik für die Dauer des Schlafes, ein Soundtrack für die Nachtruhe. Konsequenterweise heißt dieses Werk aus 31 Teilen auch „Sleep“, es ist nicht nur als Einschlafmusik gedacht, kein Wiegenlied, sondern es ist Schlafmusik. Verfasst hat es der zeitgenössische, britische Komponist Max Richter, die Umsetzung wurde mit dem American Contemporary Music Ensemble (ACME) realisiert.
Klassische Instrumente in Verbindung mit dezent genutzter elektronischer Klangerzeugung. Langsames Tempo, lange Töne, sanfte Flächen, keine Perkussion, einfache Melodien, harmonische Sensibilität, eine wehmütige, melancholische Stimmung sind Attribute der Komposition. Wiederholung im Sinne von Steve Reichs Minimalmusik bildet die Grundstruktur. Ambient ist wahrscheinlich die passendste Gattungsbeschreibung, vielleicht aber auch Kammermusik. Die Atmosphäre steht im Mittelpunkt, die Fläche in gleichmäßiger Wellenbewegung ist wichtiger als eine akzentuierte rhythmische Gestaltung, keine Ton ist aufdringlich. All das ist dem Konzept „Schlaf“ angemessen. Die Musik mit ihrer Repetition wirkt beruhigend, der leichte Klang ist wie eine weiche Wolke, die sich langsam in ihrer Form verändert und umhüllt wie ein Kokon, die Bewegung der Musik ist ein sanftes Wiegen. Damit ist „Sleep“ eine perfekte Hintergrundmusik im besten Sinne. Nicht langweilig, aber auch nicht aufdringlich, sie wirkt wie ein Teil des Raumes, eine zauberhafte, magische Musik. Neben der über achtstündigen Version gibt es übrigens eine einstündige Version auf Vinyl und CD, der entnehme ich auch die hier genannten Eindrücke, wobei ich von dem Konzept der langen Version absolut begeistert bin. Was für eine wunderbare Idee und Umsetzung!

Max Richter

http://www.deutschegrammophon.com/en/cat/4795267?

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