Soft-Action-Quark mit mit lahmem Ryan Reynolds

Erinnert sich noch jemand an den 97er-Gassenhauer „Face / Off – Im Körper des Feindes“ mit John Travolta und dem großen Nicolas Cage? Dieser neue Film von Tarsem Singh („The Cell“) hat mit dem lustigen 90s-Actionkracher nicht nur den Schrägstrich gemeinsam: Auch hier schlüpft ein Mann dank medizinischer Meisterleistung in Körper und Gesicht eines anderen. Dabei geht es in „Self / Less – Der Fremde in mir“ vordergründig um die Frage, wie weit man für den Traum vom ewigen Leben gehen darf.
Der krebskranke Milliardär Damian Hale (Ben Kingsley) entscheidet sich dafür, sein Leben zu verlängern, indem er sein „Ich“ (?) in den Körper eines jungen Mannes verpflanzen lässt. Wie genau das funktioniert, weiß nur die ominöse Firma, die die OP durchführt. Bald stellt sich allerdings die Frage, woher diese Geheimorganisation eigentlich ihre Körper kriegt. Als Damian, jetzt im topfitten Astralbody von Ryan Reynolds unterwegs, auf Spuren „seines“ Vorlebens trifft, nimmt er die Verfolgung auf.
Klingt nach Quark und ist es auch, aber einigermaßen unterhaltsam ist das Ganze schon. Die mittelmäßigen, teils mit dem Flammenwerfer aufgekochten Actionszenen können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte komplett hanebüchen ist und der zu Unrecht als Sexsymbol gehandelte Ryan Reynolds eine furchtbar eintönige Performance abgibt. Die besteht im Grunde aus nicht viel mehr als rumrennen, schießen und doof aus der Wäsche gucken. Zu viel Ben Kingsley sollte man übrigens auch nicht erwarten: Nach dem Bodyswitch am Anfang muss dieser hochpolierte Soft-Actionreißer ganz ohne die Starpower des Gandhi-Darstellers auskommen. Der hätte die naive Story aber wohl auch nicht retten können, wenn er länger im Bild gewesen wäre. Dann lieber noch mal „Face / Off“.

Self / Less - Der Fremde in mir

https://www.youtube.com/watch?v=vE0cWehfxQU

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