Unsere Datenschutzrichtlinien haben sich geändert. Die aktuelle Version finden Sie hier

We have updated our privacy terms. Please review the current version here

Diese Website nutzt Cookies um Inhalte zu personalisieren, Zugriffe zu analysieren und Dir ein optimales Nutzungserlebnis zu ermöglichen. mehr erfahren

This website uses cookies to personalize contents, track site usage and ensure you get the best experience on our website. learn more

Spektakel, Spektakel

Obwohl Festivals ja die oft reizvolle Möglichkeit bieten, gleich mehrere gute DJs und/ oder Bands an einem Tag oder Wochenende zu sehen: Ich mag sie auch nicht. Und das hat genau mit dem zu tun, was *aid* in seinem Comment sagt: Es geht nicht primär um die Musik, es geht ums Event, egal, ob wir über elektronische oder andere Musik sprechen.
Schon zu Schul- und Unizeiten waren mir diese Festivalkultisten mit ihren an den Handgelenken zur Schau getragenen Rock am Ring-, Wacken- und sonstigen Spektakelerfahrungen immer etwas suspekt, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Neben meiner Camping-Phobie war ein Grund dafür, nicht zu größeren Festivals zu gehen, dass ich einfach kein Geld für so 'was hatte, klar. Für mich hätten sich die horrenden Preise auch vor allem deshalb nicht ausgezahlt, weil ich an den das Ganze ja so teuer machenden Headlinern meistens nicht so interessiert bin, sondern eher an den Bands, die normalerweise im Kleingedruckten unten auf dem Festivalplakat stehen.
Außerdem habe ich es nicht so mit unter festival-obligatorisch erhöhtem Substanzenpegel feiernden Menschenmassen. Schon gar nicht, wenn auf der Bühne gerade eine Band steht, der man meines Erachtens die volle Aufmerksamkeit schenken sollte. Ich gebe zu, ich bin ein Nazi, was das betrifft, und finde es auch auf kleineren Shows oft scheiße, wenn Leute sich während des kompletten Konzerts direkt vor der Bühne über irgendwelchen Scheiß unterhalten oder non stop auf ihre Telefone starren. Ja, mein Problem. Und es mag auch ein bisschen an meinen anti-sozialen Tendenzen liegen, aber ich kann mit der Stimmung bei kleineren Konzerten in Clubs einfach mehr anfangen. Ich finde es einfach angenehmer, wenn man sich auf die Musik und die interaktive Dynamik zwischen Band und (überschaubarem und interessiertem) Publikum konzentrieren kann.
Welche Einflüsse es generell auf die Clubkultur hat, wenn immer mehr Festivals aus dem Boden gestampft werden, kann ich schwer abschätzen; sicher gibt es Leute, die nicht mehr zu kleineren Veranstaltungen gehen, weil sie ihnen neben ihren ganzen Festivalverpflichtungen einfach zu teuer und zu anstrengend werden und sie ihre favorisierten Acts ja auch alle bei einem der einschlägigen Massenevents abfrühstücken können. Ob damit insgesamt auch eine Nivellierung des Veranstaltungsangebots zugunsten massenkompatibler Formen und Inhalte einhergeht – kann schon sein. Andererseits bin ich chronisch zuversichtlich, was den Underground betrifft, denn auch der wächst immer wieder nach und bietet hoffentlich auch weiterhin interessante und erschwingliche Alternativen zum großen sommerlichen Eventauflauf.

Festivals