St. Martin - Heuchelei

kürzlich war ich mit meiner Tochter bei einem St. Martin - Fackelumzug. Da wurde mir klar, wie aktuell diese Story gerade heute wieder ist.

Nach dem Umzug teilte ein Mime auf seinem leibhaftigen Pferd seinen roten Mantel und gab eine Hälfte einem frierenden Bettler. Schönes Schauspiel.
Dann nuschelte noch jemand etwas über die Geschichte in ein Mikro, dass ich aber nicht so genau verfolgen konnte. Nur, dass der Soldat und spätere Bischof St. Martin sehr edelmütig gewesen sei, und obwohl er selber nichts weiter besaß, als diesen Mantel und ein Schwert, das Kleidungsstück noch mit einem Bettler teilte.

Wie ich las, wurde er der Sage nach von den Umstehenden deshalb verlacht und verhöhnt. Einige aber, die mehr Einsicht hatten, bedauerten sehr, dass sie nicht selbst geholfen hatten, zumal sie viel wohlhabender als Martin waren. Das vergaß der Mann am Mikro leider zu erwähnen.

Er nutzte diese Gelegenheit nicht, darauf hinzuweisen, dass dieses Thema z.Zt. genauso aktuell ist, wie damals. In Not geratene, hilfsbedürftige Menschen gibt es gerade aktuell genug. Vielleicht hätte dass einige auch dazu angeregt, nachzudenken und auch ihren Edelmut - wie einst St. Martin - zu zeigen.

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