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Synchronisierungen: Leider selten gut

Synchronisierungen von Filmen und Serien sind vergleichbar mit Übersetzungen von Lyrik: Um ein Produkt zu erreichen, das zumindest ein wenig "Wert" hat, sollten sich die Bearbeiter/innen nicht sklavisch an die Vorlage halten, sondern im Gegenteil nicht davor zurückschrecken, eine so genannte Nachdichtung anzufertigen.

Auch Synchronsprecher/innen, die sich ein wenig künstlerische Freiheit herausnehmen, gehören im Zweifelsfall zu den Besseren Ihrer Zunft. Dass beispielsweise Arnold Schwarzeneggers Gegenpart Thomas Danneberg sehr viel eleganter und eloquenter spricht als der Gouvernator selber, dabei aber stets einen Hauch von Ironie transportiert, gibt seinem voice acting einen klaren Mehrwert.

Ebenso im Hollywood-Crossdress-Klassiker "Manche mögen's heiß" von 1959: Wie sich Erik Schumann und Georg Thomalla als deutsche Stimmen von Tony Curtis und Jack Lemmon auf der Flucht vor der Mafia gegenseitig zur Comedy-Hochform aufputschen, ist mindestens so sehenswert wie das englische Original.

Es kommt vor (wenn auch selten), dass Synchronsprecher besonderes Lob verdienen für eine starke Annäherung an den Ausdruck der Originalstimme. Manfred Lehmanns Stimme beispielsweise lässt wenig vermissen von Bruce Willis' trockener, abschätziger Toughness. Christian Brückner erhielt gar den Ritterschlag, als Martin Scorsese ihn 1976 höchstpersönlich für die Synchronisation von De Niro im Jahrhundertfilm "Taxi Driver" castete. Kein Wunder, denn gerade in diesem Film schafft es Brückner perfekt, die Unsicherheit. Verwundbarkeit und Manie von Travis Bickle zu verkörpern.

Generell aber schaue ich Filme jeder Sprache bevorzugt in OmU - auch wenn es manchmal nervt, den Blick vom Bildzentrum nach unten zu bewegen, wird das aufgewogen durch den Original-Ausdruck der Schauspielerinnen und Schauspieler.

Auswahl der Synchronsprecher