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Taxi fahren und Filme machen

Was macht man als Filmemacher im Iran, wenn man mit einem Arbeitsverbot belegt wurde? Taxifahren – und Filmemachen. So hat es zumindest Jafar Panahi getan. International bekommt er Preise wie den Silbernen Bären für „Offside“ oder den großen Preis der Jury von Cannes für seinen Thriller „Blutrotes Gold“. In seiner Heimat wird er dafür unter Hausarrest gestellt. Der Staat hat den 55jährigen zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. 20 Jahre lang darf er keine Filme drehen – und er tut es dennoch.
In seinem neuen Werk setzt er sich gewohnt kritisch mit der Alltagsrealität in Teheran auseinander, bleibt dabei aber überraschend humorvoll und voller menschlicher Wärme. Panahi sitzt am Steuer eines Taxis, dass durch die Hauptstadt rollt. Er hat zwar keine Ahnung, wo er hin soll, aber die Passagiere vertrauen ihm doch ihr Leben an. Einen Moment davon zeichnet er mit einer Kamera auf dem Armaturenbrett auf. So erleben wir zwei Frauen, die einen Goldfisch ans andere Ende der Stadt transportieren, um ein furchtbar wichtiges Ritual zu vollziehen. Wir treffen die aufgeweckte Nichte des Regisseurs und einen Straßenverkäufer, der mit Hilfe des großen Regisseurs seine kopierten DVDs an den Mann bringen will. Ernster wird es bei einem Disput zwischen zwei Fahrgästen um Sinn und Unsinn der Todesstrafe.
Dass dieses filmische Kleinod mit grenzüberschreitender Strahlkraft nun ins Kino kommt, ist ein Glücksfall. Einen, den es eigentlich nicht geben dürfte, der dadurch aber nur wertvoller ist.

Taxi Teheran