Terror made in Germania

Hier noch ein interessanter Artikel aus “qantara” zum Thema "Islamistischer Terror", allerdings mit Blick aus und auf Deutschland: http://de.qantara.de/inhalt/islamismusdebatte-nach-den-anschlaegen-von-paris-phantom-generation-allah

Dazu sollte es allen klar sein, dass die "hausgemachten Terroristen" ein Produkt sozialer Ausgrenzung proletarischer Jugendlicher sind. Dem IS schließen sich übrigens scheinbar mehr "Kartoffeldeutsche" (1) aus Deutschland an, als sogenannte "Menschen mit Migrationshintergrund", zu denen auch Menschen aus vorwiegend muslimisch geprägten Kulturkreisen gezählt werden, auch wenn deutsche Politiker immer wieder betonen: "Der Islam gehört zu Deutschland."

Gehen wir diesem Blick nun weiter nach:

In Deutschland haben sich nicht solche Banlieus, wie in Frankreich gebildet. Trabantenstädte, die u.a. für sog. “Gast”-Arbeiter*innen samt proletarischen Baby-Boomern in den “Wirtschaftswunderjahren” (der sog. “Fresszeit” unter Ludwig Erhard) hochgezogen, wurden nach der 68er Revolte mehr durchmischt, um proletarische Organisierung zu verhindern. Dies insbesondere nach den “wilden Streiks” in der Automobilindustrie, die hauptsächlich von türkischen Einwander*innen organisiert worden waren.Ich kann mich an ein Sonderheft der “Autonomie Neue Folge” zu genau diesem Thema erinnern, in denen diese “Durchmischung” auch als “präventive Konterrevolution” bezeichnet wurde.

Leider gibt es aber nun den Effekt, dass einige der “Plattenbausiedlungen” zu Hochburgen der Rechten wurden. Dies wieder nicht auf Basis der Arbeiterschaft, sondern die Organisatoren der Rechten kommen alle aus Mittelstandsfamilien bzw. sind Kleinbürger, wie bekanntlich auch der Pegida-Chef Lutz Bachmann und die Nazis des letzten Jahrhunderts.

Schon im letzten Jahrhundert wurde frühzeitig damit begonnen, die Arbeiter*innen-Bewegung zu liquidieren (Rosa Luxemburg. Karl Liebknecht, Leo Jogiches, Eugen Leviné sowie Kurt Eisner und Gustav Landauer und waren die ersten prominenten Opfer dieser Mittelstandsbewegung), wodurch der Weg für die Nazis bereitet wurde. Der reaktionäre und revanchistische deutsch-völkische Mittelstand, darunter zunächst die Thule-Bewegung (der Mörder von Kurt Eisner wollte ihr auch angehören), ist meiner Auffassung gemäß für Europa immer noch eine viel größere Gefahr als der IS. Dies, weil die Nazi-Terroristen -im Gegensatz zu den Rückkehrern des IS - keine "Aussteiger" des Massenmordes sind, sondern "Weiterfahrer". Laut einer Recherche engagierter Journalist*innen und Sicherheitsexper*innen wurden mehrere hundert Menschen seit der deutschen "Wiedervereinigung" von ihnen ermordet

Kurzer Blick zurück auf die Gemetzel in Jugoslawien, die kurz nach dieser "Wiedervereinigung" begannen: Ernst Uhrlau drückte den Rückkehrern aus dem Jugoslawien-Krieg öffentlich mit folgender Bekundung: "Rechtsterroristen haben keine breite Basis. Eine 'Braune Armee-Fraktion' wird es nicht geben.“ einen Persilschein in die Hand. Und hier noch einmal das gesamte Zitat dieses BND-Maklers, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Makel seines Vereinigung schreddern ließ:

(...) „Die Rechtsextremen diskutieren den bewaffneten Kampf. Von den Linksextremisten übernahmen sie das Recht auf Widerstand“. Die Rückkehrer können den Übergang von der Theorie zur rechtsterroristischen Praxis beschleunigen.“ Aber, so Uhrlau: „Rechtsterroristen haben keine breite Basis. Eine „Braune Armee-Fraktion“ wird es nicht geben.“ (...)

Lassen wir uns das bitte einmal oder auch zweimal auf der Hauptsynapse zergehen: Die *eigentlichen* Bösewichte sind für ihn und die Extremismuskonstruktion die "Linksextremisten", da diese angeblich das "Recht auf Widerstand" erst erfunden und die Rechten dies - quasi als "Nachzügler" - nur übernommen haben. Diese Konstruktion gibt es auch in der Geschichtswissenschaft, bekannt als "Historiker-" bzw. "Revisionismus-Streit", in dem quasi der böse "Bolschewismus" bzw. die Gulags als "Blaupause" (lassen Sie mir bitte diese flapsige Formulierung an dieser Stelle bitte durchgehen, liebe Leser*in) für den NS-Massenmord zuRECHT gebogen wurde(n). Damit wird das Kapitalverbrechen "organisierter Massenmord" verharmlost. Und die "braune Armee-Fraktion" hat es auch ohne "Massenunterstützung", aber mit massiver finanzieller Unterstützung des Verfassungsschutzes und Bundesnachrichtendienstes gegeben. Sie war Teil von "Gladio" und war/ist in den NSU-Netzwerken aktiv.

Mehr dazu und mit Links unterlegt, hier: http://wp.me/p1VICa-z5

Und "Die Anstalt" | ZDF | 17.11.2015 17.11.15 zum gleichen Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=czMFO5fzfLc

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(1) "Kartoffeldeutsche" wurden von den türkischen Einwandererfamilien jene Deutsche genannt, die sie "Kümmeltürken" titulierten. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Meine Mutter war außer sich vor Wut über Kinder, die dies zu unseren neuen Nachbar*innen sagten. Sie drohte mir: "Wehe Du machst dabei mit! Das sind Menschen, die wollen einfach nur arbeiten und glücklich leben, wie wir auch!" Ich war damals ca. 10 Jahre alt und nahm mir ihre Worte zu Herzen. Als ich Kinder dies schreien hörte, bin ich hingegangen und habe ihnen entgegengebrüllt "Ihr seid doof, doof, doof!" und habe ihnen einen Vogel gezeigt. Das brachte mir zwar wieder von den Eltern der Kinder ein, dass diese zu mir sagten: "Dich haben sie vergessen zu vergasen", aber das war ich bereits gewöhnt. Und "Dresche" habe ich auch immer viel bekommen. Gegen die größeren Jungen hatte ich allerdings eine gute Beintechnik entwickelt und rennen konnte ich auch wie ein Wiesel. Das machte mich mutig. Nun ja, ich bin noch nie als "Kartoffeldeutsche" bezeichnet worden.

Terrorismus

http://www.ngo-online.de/2012/04/29/cdu-nazis-deutchland/