The German Futterneid

Schon früher hörte man die dummen Parolen aus dem rechten Lager immer wieder mit Schaudern: Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze (oder halt unser Hartz IV) weg, die Frauen (von weggenommenen Männern hört man komischerweise weniger) und die eigentlich für „Deutsche“ reservierten Spielerplätze in der Fußball-Nationalmannschaft, um nur ein paar der hirnrissigsten Beispiele zu nennen.

Seitdem vermehrt Geflüchtete nach Deutschland kommen, hat sich diese obskure Angst auf die unmittelbare Nachbarschaft konkretisiert. „Besorgte Bürger*innen“ beschweren sich über „zweckentfremdete“ Turnhallen und andere Gebäude, von Flüchtlingen okkupierte U-Bahn-Sitzplätze und auch darüber, dass die Geflüchteten oft Smartphones bei sich hätten.

Ernsthaft, besorgte/r Bürger*in von Deutschland – komm mal klar. Das sind zum großen Teil Menschen, die vor K r i e g e n geflüchtet sind, nicht, weil sie, wie Du wohl denkst, in ihren Heimatländern faule Nassauer waren, die nichts auf die Reihe gekriegt haben und sich deshalb hier auf Deine Kosten einnisten wollen. Diese Menschen wollen (über-)leben, sonst nichts, und wenn das in ihren Heimatländern möglich gewesen wäre, dann wären sie auch nicht hier. Punkt.

Und was sie in ihren Taschen haben, das geht Dich, sorry, eigentlich echt einen Scheißdreck an. Denn es hat in vielen Fällen nichts damit zu tun, warum sie hier sind – selbst, wenn Diamanten drin wären, so einfach ist das. Das Thema „Wirtschaftsflüchtlinge“ ist noch ein anderes, aber auch da solltest Du zur Abwechslung vielleicht einfach mal die Schnauze halten, so lange Du Dich hier in Deinem schönen, warmen Speckmantel vor Deinen Riesenfernseher chillen kannst, während Du Dich bis zum Herzinfarkt über die „Schmarotzerflut“ aufregst.

Ich frage mich, ob das, was hinter diesem pathologischen Futterneid steckt, womöglich dasselbe ist, was deutsche Touris im Urlaub immer wieder schon am frühesten Morgen dazu bringt, die Liegen am Hotelpool mit Handtüchern zu markieren, damit sie ihnen kein anderer wegschnappt. Meins, meins, meins. Ist das ein Mentalitätsproblem, geschichtlich bedingt oder was? Ich habe keine Ahnung, aber wo auch immer dieser asoziale Geist des Nicht-Gönnens, kleinlichen Hortens und Zusammenraffens herkommt: Ich persönlich kann gar nicht so viel fressen, wie ich darüber kotzen möchte.

Flüchtlingsdebatte

https://medium.com/@theIRC/what-s-in-my-bag-758d435f6e62