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The Girl Next Door

Das Buch von Jack Ketchum habe ich vor ca. 2 Jahren gelesen und der Brocken liegt mir heute noch schwer im Magen. Ich liebe das Buch, wobei das wirklich seltsam klingt. Aber ich mochte Ketchums knallharte und dann doch wiederum feinfühlige, ja zartfühlende Art, wie er diese auf einem wahren Vorfall basierende Tragödie aufarbeitete. Ein Buch, bei dem man sich echt irgendwand anfängt mies zu fühlen, weil man sich dabei ertappt zuweilen auch mal mit den Nachbarsjungen in zweiter Reihe in diesem Keller zu stehen und zu glotzen. Ketchum schafft es ganz gut, den Leser der eigenen inneren Bestie näher zu bringen. Man will wissen wie's weitergeht und welche Abgründe sich noch auftun könnten. Ähnlich wie dem Jungen und Erzähler der Geschichte geht man beim Lesen durch ein Wechselbad der Empfindungen. Meist hat man Mitleid. Aber manchmal erhebt auch das voyeuristische Biest sein hässliches Haupt und gafft durch unsere Augen in diesen Keller. Harter Tobak. Ketchum gelingt es dabei dem titelgebenden Mädchen letztendlich seine Würde zu lassen, was alles nur umso intensiver macht. Und unangenehmer. Sonst wäre es lediglich dumpfer Torture Porn. Das ist das Buch aber keinesfalls.

Die Verfilmung von 2007 habe ich mir gestern angesehen. Klar, es fehlt natürlich viel und ein wesentlicher Aspekt, die zeitweise passive und auch mal weniger passive Mittäterschaft des die Geschichte schildernden Jungen, kam ein wenig zu kurz in seiner psychologischen Auslotung, aber der Film funktionierte. Die Darsteller fand ich allesamt überzeugend und die Inszenierung ist meines Erachtens angemessen mutig und auch zurückhaltend, wenn es darauf ankommt. Mir hat er gefallen. Doch ich empfehle ihn nur vorsichtig. Das ist kein Horrorfilm zur Unterhaltung. Auch die Verfilmung des Buchs hinterlässt Spuren...

Jack Ketchum