Umgeben von Plastik

Schon mal vom pazifischen Müllstrudel gehört? Auf einer Fläche doppelt so groß wie Texas drehen sich dort Millionen Tonnen von Plastikmüll langsam im Kreis, angetrieben durch Wind und Strömung. Wellenschlag und UV-Licht lassen das Plastik mit der Zeit spröde werden, Weichmacher und andere Chemikalien treten aus, schließlich zerbricht der Müll in immer kleinere Teile und sinkt in die Tiefe. Das dauert allerdings. Lange.

Die kleineren Stücke – besonders Folien und andere flexible Teile – werden von Seevögeln und Fischen irrtümlich als Beute angesehen und geschluckt. Viele Tiere verenden dann später, verhungern sozusagen bei vollem Magen. Die ganz winzigen Stückchen sehen irgendwann wie Plankton aus und werden gern von kleinen Meerestieren gefressen. Leider können auch sie kein Plastik verdauen. Jedes Stückchen Plastik, das es in den letzten 50 Jahren irgendwie in die Ozeane geschafft hat, ist heute noch unterwegs. Plastik ist langlebig. Sehr.

Es gibt mittlerweile mehrere große Müllstrudel in den Ozeanen dieses Planeten und leider keine praktikablen Lösungen, wie die Probleme mit all dem Plastikschrott gelöst werden können. Verschwinden werden sie nicht, denn jedes Jahr kommen zwischen fünf und 15 Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu. Von Flüssen ins Meer gespült, mit anderem Schiffsmüll zusammen über Bord geworfen, von Klippen in die Flut gekippt. Das ist bitter. Tragisch.

Wisst ihr was Mikroplastik ist? Vor einiger Zeit nahm die Drogeriekette meines Vertrauens jene Zahnpasta aus dem Programm, die ich seit Jahren zufrieden und gern benutzte. Stattdessen gab es nun Pink Grapefruit mit Glitzer. Wozu braucht man Glitzer in der Zahnpasta? Besteht das Glitzerzeug aus Plastik? Durch solche Fragen – auch an die Kunden-Hotline des Drogisten – begann ich, mich ernsthaft mit Mikroplastik zu befassen. Und mit dem Kampf gegen das überflüssige und extrem schädliche Zeug. Übrigens –Californien und Connecticut sind die ersten US-Staaten, die Mikroplastik verboten haben, in Europa dauert es noch.

Damit das nicht so bleibt, entstand eine Petition, die bisher knapp 1300mal unterzeichnet wurde. Jedes Mal, wenn jemand die Petition zeichnet, gehen zwei Mails an die zuständigen deutschen Ministerien, die bald auch die komplette Unterschriftenliste zugeschickt bekommen. Das ist nicht viel, aber besser als nichts. Auch du kannst mitmachen auf https://www.change.org/p/verbot-von-mikroplastik-in-kosmetik-und-pflegeprodukten

Für jene von euch, die genauer wissen wollen, was Mikroplastik ist, hier noch der Text aus der Petition:

Mikroplastik nennt man winzige Kunststoff-Partikel, die Zahnpasta, Peelings und anderen Kosmetik- oder Pflegeprodukten beigemischt werden. Sie passieren nach Gebrauch die üblichen Kläranlagen nahezu ungehindert und werden durch Flüsse in Seen und die Ozeane gespült. Unterwegs reichern die Partikel sich mit Schadstoffen an, da viele chemische Produkte ebenso wie Mikroplastik aus Erdöl hergestellt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben erwiesen, dass freigesetztes Mikroplastik oft mehr als tausendmal so stark mit Schadstoffen belastet ist wie das umgebende Wasser.

Fische und andere Wassertiere halten die kleinen Plastikkügelchen oftmals für Plankton und fressen sie, dabei nehmen sie hoch konzentrierte Schadstoffe auf und lagern sie im Gewebe ein. Durch die Nahrungskette landen diese Umweltgifte wieder auf unserem Teller. Die Profitgier der Industrie tötet millionenfach arglose Wasserlebewesen und vergiftet unsere Nahrung. Das muss unbedingt schnellstmöglich gestoppt werden!

Konzerne verwenden Mikroplastik, weil es billiger als natürliche Substanzen ist und weniger effektiv. Ein Gesichtspeeling mit Seesand und Mandelkleie beispielsweise muss man nur einmal wöchentlich anwenden. Mikroplastik hingegen ist weniger effektiv und somit profitabler, da Verbraucher die Produkte mit Mikroplastik häufiger verwenden. Es gibt reichlich natürliche Substanzen (z.B. gemahlene Walnussschalen für Peelings, Schlämmkreide für Zahnpasta, etc.), die jahrzehntelang verwandt wurden und keine schädlichen Folgen für Umwelt und Verbraucher haben.

Manche Strände bestehen bereits zu 3% oder mehr aus Mikroplastik, man kann die Plastikkügelchen kaum von Sand unterscheiden. Die Ozeane sind sowieso schon viel zu sehr durch Plastikabfälle belastet, aber wir müssen verhindern, dass die Industrie noch zusätzlichen Schaden anrichtet, indem Mikroplastik völlig unnötig und nur aus Profitinteresse in Produkte des täglichen Gebrauchs gemischt wird.

Nur durch öffentlichen Druck und auf Forderung der Verbraucher können Unternehmen gezwungen werden, auf das extrem schädliche Mikroplastik zu verzichten. Jede Stimme zählt!

https://www.change.org/p/verbot-von-mikroplastik-in-kosmetik-und-pflegeprodukten

Mikroplastik

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