Und alle so: YEAH!

Da isser wieder. Wer? Na, ER natürlich. Adolf Hitler, alive and kicking! Nachdem ER seinerzeit die Bestsellerlisten im Sturm eroberte (ähem..), erscheint der GröFaZ-Wiedergänger jetzt endlich auch auf den Kinoleinwänden der Nation.

Eins vorweg: Als anachronistische Bestseller-Skeptikerin vor dem Herrn kenne ich das gleichnamige Buch von Timur Vermes nicht und habe auch das Hörbuch nur zum Teil gehört, weil mir die Hitler-Stimme von Christoph Maria Herbst irgendwann auf die Nerven ging. Der spielt in dieser zackigen Verfilmung übrigens auch mit, und zwar eine Art Stromberg der Medienwelt. Auch Katja Riemann brauchte nach ihrer Rolle in „Fack ju Göhte“ für ihre Darstellung der öffentlichkeitsgeilen Programmchefin wohl kein monatelanges Training mehr.

Alle Aufmerksamkeit zieht aber sowieso ER (nicht ganz so gut wie Bruno Ganz: Oliver Masucci) auf sich, und ER ist ganz der Alte geblieben. Wie es dazu kommt, dass ER sich nach fast 70 Jahren im heutigen Berlin manifestiert, wird im Film nicht näher erklärt – vielleicht auch besser so, denn so liegt alles Gewicht auf dem genüsslich aufgekochten „Was wäre wenn...?“

Ja, wie würde sich der Ewiggestrige im heutigen Deutschland zurechtfinden? Ziemlich gut, so viel sei verraten! Keine Frage, der Mann mit dem markanten Bärtchen fällt natürlich auf in den Straßen von Berlin, und Auffallen ist dieser Tage ja der Schlüssel zum Erfolg. Auch die („neuen“) Medien erweisen sich als äußerst geeignet für ein rasantes Comeback: Vom Selfie mit Hitler bis zum Twitter-Lovestorm – der schneidige Adolf und seine markigen Ideen kommen immer noch gut an, auch wenn man ihn jenseits der NPD-Sympathisanten-Stammtische natürlich nur für einen unheimlich guten Parodisten hält.

Über Hitler zu lachen ist ja hierzulande immer noch problematisch. Irgendwie auch zurecht, wie die mit dokumentarischen Szenen und etwas Slapstick angereicherte Satire von David Wnendt („Feuchtgebiete“) deutlich macht. Und tatsächlich: über weite Strecken hat der Führer die Sympathien auf seiner Seite. Dabei werden wir als Zuschauer*innen selbst Teil des „Was wäre wenn“-Szenarios und müssen uns am Ende an die eigene Nase fassen - der eigentliche Clou dieser gar nicht mal dummen Geschichte. So richtig im Hals stecken bleibt einem das Lachen allerdings nicht oft, dazu ist das Ganze dann doch etwas zu sehr auf fluffige Unterhaltung angelegt. Die Erkenntnis dürfte trotzdem nicht ausbleiben.

Im Film spielt „Er ist wieder da“ übrigens im Jahr 2014 und zeigt also ein Deutschland, das von der sogenannten Flüchtlingskrise noch gar nichts geahnt hat. Wie schnell ER sich mit seinen Parolen wohl im letzten Quartal 2015 in die Köpfe der Bevölkerung donnern würde? To be continued...?!

Er ist wieder da

https://www.youtube.com/watch?v=7fJ0Y-r0b_w

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