Vier Fäuste gegen Rio: Die beste Hau-Drauf-Komödie

Wenn sich das Jahr zu Ende neigt, findet man endlich Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben. Dazu gehört für mich ganz klar, den beiden Legenden Bud Spencer und Terrence Hill dabei zuzuschauen, wie sie einer Bande Schmalspurganoven ordentlich eins auf die Glocke hauen!

Kurz vor Jahresende habe es endlich wieder geschafft, mir meinen absoluten lieblings-Spencer und Hill Film „Vier Fäuste gegen Rio“ anzusehen und habe mich wieder einmal krumm und kringelig gelacht. Sollte jemand diesen Film tatsächlich nie gesehen haben, hier die recht übersichtliche Handlung: Der kleinkriminelle Saxophonspieler Greg Wonder (Bud Spencer) und der vagabundierende Stuntman Eliot Vance (Terrence Hill) sehen zufällig genauso aus wie zwei stinkreiche Unternehmer-Schnösel aus Rio de Janeiro (O-Ton von Eliot: „Wollen sie etwa sagen, dass es noch so einen armen Kerl mit seinem [Bud Spencers] Gesicht gibt?“). Es handelt sich dabei um die beiden Vettern Bastiano und Antonio Coimbra de la Coronilla y Azevedo („Gesundheit!“), denen seit geraumer Zeit eine Horde habgieriger Gangster nach dem Leben trachtet. Greg und Eliot sollen nun als Doppelgänger einspringen und den zart besaiteten Millionären die üblen Mafiosos von Hals halten. Oder – was die Vettern insgeheim als deutlich wahrscheinlicher ansehen – sich anstelle der beiden abmurksen lassen. Nicht so mit unseren zwei schlagfertigen Helden versteht sich. Greg und Eliot vergnügen sich köstlich am Zuckerhut. Es gelingt ihnen nach einigen gewalt(ät)igen Reibereien sogar den Auftraggeber hinter den heimtückischen Mordversuchen ausfindig zu machen und es eröffnet sich die Chance, jede Menge „Kohlen“ von den Coimbras zu kassieren. Mehr Zündstoff braucht eine gute Hau-Drauf-Kömodie nicht.

Eine der wohl lustigsten Szenen des Films spielt sich gleich zu Beginn ab, als die Protagonisten sich zum ersten Mal über den Weg laufen und ihre Auftraggeber kennenlernen. Wie immer können sich die beiden kantigen Hauptcharaktere zu Anfang auf den Tod nicht ausstehen und geraten verbal deftig aneinander. Dabei entstehen einige der wohl legendärsten Bud Spencer und Terrence Hill Filmzitate überhaupt. Als der wohlgenährte Greg sich beispielsweise beim Warten auf die Einweisung in ihren Geheimauftrag kräftig langweilt und „Luft-Saxophon“ spielt entgegnet ihm Eliot: „Was Du da an Blähungen ablässt, solltest Du durch 'ne Hose filtern lassen“. Er kann die Sticheleien nicht lassen und bezieht ein paar umstehende Statisten mit ein: „Ihr kennt doch den Dicken da drüben. Hat der schon von Geburt an diese Macke, oder erst seitdem er schwanger ist?“ Darauf platzt Greg der Kragen: „Was ist Dir da grad aus dem Gesicht gefallen, du Arschloch? … Wenn Du Dir das Leben nehmen willst, musst Du nur schön hier warten bis ich wiederkomme.“ Und so geht es immer weiter. Auch nach x-maligem Anschauen lacht man sich immer noch über irgendeinen Spruch schlapp, den man noch nicht (bzw. nicht mehr) kannte.

Die Action-Szenen sind im Vergleich zu anderen Spencer und Hill Filmen hingegen etwas flach (Es ist eben kein kerniger Western der Marke „Vier Fäuste für ein Halleluja“). Diese Gewaltausbrüche werden, nachdem Bud die fünfte Kopfnuss ausgeteilt hat, aber zugegebenermaßen in jedem Film etwas eintönig,
Für manche mag „Vier Fäuste gegen Rio“ vielleicht der albernste aller Filme des legendären Duos sein. Ich persönlich würde sagen: Wenn man sich drauf einlässt ist er der „humorvollste“ und mit Abstand der mit den besten Sprüchen. Genau das richtige, wenn man es sich mal erlauben kann, den Kopf völlig auszuschalten.

LIEBLINGSFILME

https://youtu.be/iUiAtqTv7ZM

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