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Vom Leben und Leid alternder Filmdiven

Den neuesten Film von Olivier Assayas („Carlos – Der Schakal“) möchte ich nicht nur allen ans Herz legen, die auf irgendeine Weise mit Theater und Schauspiel zu tun haben oder sich dafür interessieren, wie in diesem Milieu gearbeitet und gelitten wird. „Die Wolken von Sils Maria“ ist ein prickelndes und vielschichtiges Drama, das aufgrund seiner gewaltigen Bildsprache lange nachwirkt und auch, weil am Ende viele Rätsel ungelöst bleiben.
Erzählt wird, wie sich die alternde französische Filmdiva Maria Enders (immer noch sehr schön: Juliette Binoche) im schweizerischen Sils Maria zusammen mit ihrer jungen Assistentin Val (Kristen Stewart) auf eine biographisch pikante und eigentlich ungewollte Theaterrolle vorbereitet. Beim Rollenstudium in einer einsamen Berghütte kommen essenzielle Fragen auf über Kunst und Können, Beruf und Berufung, Beziehungen und Einsamkeit, den Tod und das Leben im Spiegel der Zeit.
All diese Themen entfalten sich im zunehmend angespannten Dialog zweier Frauen vor grandios gefilmter Alpenkulisse, inklusive mystisch-symbolischer Wolkenerscheinungen. Mit der Besetzung von Binoche, Stewart und Moretz ist Assayas ein echter Coup gelungen, nicht nur wegen ihrer starken Performances: Raffiniert verbinden sich Fiktion und Realität zu einer neuen Erzählebene - augenfällige Parallelen zwischen seinen Schauspielerinnen und ihren Figuren geben der Geschichte einen zusätzlichen Kitzel. Auf der einen Seite die ältere Binoche, auf der anderen die Ex-Vampirbraut Kristen Stewart und Chloë Grace Moretz. Die beiden repräsentieren eine neue Generation von Schauspielstars, von der die ältere Garde früher oder später aufs Abstellgleis geschoben wird, zumindest, was manche Rollen betrifft. Mutig und uneitel vor allem von La Binoche, die nicht eben einfache Rolle der Maria Enders anzunehmen. Bei den Vorbereitungen hätte man gerne mal durchs Schlüsselloch gespinxt.

Die Wolken von Sils Maria

https://www.youtube.com/watch?v=KmCjgxqmBsU