Von Töpfen und Deckeln

Immer wenn ich diese Nummer von Louis CK sehe muss ich sehr lachen und gleichzeitig könnte ich die Welt in meinen Tränen ertränken. Das ist so schön grausam und ungeschminkt ehrlich. Und es bringt mich jedesmal zum Grübeln. Ja wie ist das mit der Liebe? Ein starker Trieb, aber gleichzeitig auch ein Riesenzirkus, der vor Luftschlössern gastiert. Sie kommt und geht, wie es ihr beliebt, fühlt sich oft an wie ein gebrochenes Kreuz und entpuppt sich dann doch nur als leichter Husten. Auf der einen Seite wird so getan, als sei Liebe und Partnerschaft das Wichtigste im Leben überhaupt. Als gäbe es nichts Schöneres und Erstrebenswerteres. Andereseits wird sie nicht ein jeder finden können. Ist es angesichts dessen nicht unendlich grausam, so eine Philosophie von klein auf ständig gepredigt zu bekommen? Und tut das Not? Film, Musik, Dichterei…, sie alle künden von der großen, unabdingbaren Liebe. Sie erzeugen eine Verletzbarkeit und schüren ein nicht in jedem Falle befriedigbares Verlangen auf Lebenszeit. Das Betriebssystem ist so aufgespielt worden und jetzt bekommt man den Scheiß nicht mehr deinstalliert. Ich finde partnerschaftliche Liebe sollte eine geringere Rolle spielen, wenn es um gelungene Lebensentwürfe geht. Es sollte nicht stets so getan werden, als steige und Falle der Sinn und Lohn unseres Daseins alleine mit der Frage, ob da noch jemand ist. Weil hat man den Blödsinn erstmal gefressen, dann wird unfreiwilliges Single-Dasein zur Qual. Einem Leben nachzutrauern, das man nicht hat oder kaum auf die Reihe bekommt, kostet Kraft, verschwendet Zeit und lenkt ab von adäquaten alternativen Daseinsformen ohne Partner. Man sollte aufhören so ein Bedürfnis unentwegt in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Also haltet endlich euer Maul, ihr Yusuf Islams, Xavier Naidoos, Ahas, Beatles, Springsteens und Celine Dions… "Cannibal Corpse" für einen erträglicheren Lebensabend!

Liebe, Partnerschaft, Single-Dasein

https://www.youtube.com/watch?v=UTULoJlD_V4

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