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Warum es andersrum irgendwie schöner gewesen wäre

Ja, 'tschuldigung, ich weiß: Til Schweiger-Bashing ist nicht gerade der neueste Shit. Muss aber manchmal sein, und ehrlich gesagt warte ich schon lange auf den passenden Anlass. Und, hurra, da ist er jetzt: Bäm! – Schweiger klatscht M' Barek eine, mitten im Berliner Nobelrestaurant. Klingt ja erst mal lustig. Aber aus welchem Grund?? – Fragt sich wohl nicht nur das ZEITmagazin. Mir persönlich ist das nicht so wichtig, und den im o.g. Artikel gewagten Erklärungsversuchen (Mike Krüger als King Lear, hm, na ja... Ihr wart auch schon mal witziger in Eurer, ähem, „Gesellschaftskritik“, ZEITmagazin. Oder?) möchte ich jetzt nichts mehr hinzufügen, sondern stattdessen einfach mal meiner Enttäuschung darüber Ausdruck verleihen, dass es nicht andersrum gelaufen ist. Herr M' Barek, was ist los mit Ihnen?
Ob Til Schweiger eine blöde Stimme hat, in seinen Filmen nuschelt und nur einen einzigen Gesichtsausdruck für alle Gefühlslagen kann, ist mir persönlich egal, weil ich sowieso keinen Tatort oder sonst irgendwas gucke, bei dem ich mich der Gefahr aussetze, mich über Til Schweiger aufregen zu müssen. Deshalb ärgere ich mich kaum über den biederen Pärchenhumor und die gnadenlos flach auf Massenkompatibilität hin kalkulierten Filmkonzepte, die unter Schweigerhöfers, äh, Schweigers Regie entstanden sind, oder die permanente Besetzung seiner scheußlich niedlichen Töchter (weil sie einfach die besten Kinderdarstellerinnen des Landes sind, versteht sich!). Aber um eins kommt man leider beim besten Willen nicht herum, wenn man in einer Kinoredaktion arbeitet, und das sind die Titel der Schweigerschen Filmergüsse – jeder für sich, schon ohne den zugehörigen Film zu kennen, ein Schlag ins Gesicht eines jeden Menschen ohne Honig im Kopf: „Keinohrhasen.“ Bäm! „Zweiohrküken.“ Bäm! „Kokowääh.“ Argh! Aufhören. Am besten mit allem. Herr M' Barek, bitte tun Sie etwas, möchte man da am liebsten schreien. Schlagen Sie zurück, für uns alle. Zeigen Sie dem Chabo mal, wer der Babo ist.
Aber machen wir uns nichts vor: Daran, dass der immergrüne Mr. Schweiger so unfassbar präsent ist, sind wir ja alle nicht unschuldig. Denn irgendwer muss ja diese Abermillionen von Kinokarten kaufen, irgendwer liest ja immer wieder mit Vergnügen den glamourösen Klatsch über ihn und seine Exfrau, irgendwelche 1,3 Millionen Leute liken ja ihn bei Facebook – und manche schreiben sogar Comments über ihn, die sie dann auch noch veröffentlichen. Schuldig im Sinne der Anklage!
Ja, jede/r, die/ der über diesen Til Schweiger spricht, schreibt oder postet, egal ob Nettes oder Fieses, kann sich von dieser unserer Kollektivschuld an der Schweigerschen neverending Success-Story nicht freimachen. Und vielleicht ist es ja auch tatsächlich so, dass jedes Land den erfolgreichsten Filmemacher hat, den es verdient. Bäm.

Til Schweiger ohrfeigt Elyas M' Barek

http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2015-06/til-schweiger-elyas-mbarek-gesellschaftskritik