Wege und Ziele

Mikee schrieb: "Klasse, sind wir doch nun auf einem guten Weg zu einem Disput in der erhofften whicee-Qualität. Vielleicht mag sich er Eine oder Andere auch noch einschalten, damit das Streitgespräch nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite geht."
Mikee, der kritisch und frech in die virtuelle Welt schaut und jede nicht belegbare Mutmaßung ablehnt, wagt nun doch eine Prognose: "Guter Weg" ... Wege sollten an's Ziel führen. Doch was ist das Ziel eines Disputes?
Mir geht es immer auch um Erkenntnisgewinn und Klärung und - oftmals unbewusst - auch um narzisstische Befriedigung sowie ebenfalls darum, im Streit der Argumente über meinen Kontrahenten zu siegen. Seit unserer Schulzeit werden wir nun einmal darin eingeübt, "besser" zu sein als "andere" und der kindliche Wettbewerb, der die Persönlichkeit/Ich-Identität stärkt, transformiert sich in Konkurrenz, die mit zur Charakterstruktur der bürgerlichen Persönlichkeit gehört. Sie schwingt stets in sozialen Beziehungen mit und ist nur innerhalb der Liebe aufgehoben.

Doch nun zurück zum Dialog/Disput: Chapeau @Mikee, hat er mich doch auf Selbstschubladisierung bzw. eigene Fallstricke hingewiesen. Und dies mit feiner Feder: Anstatt mir vor den Kopf zu werfen: "Alinka, hier ging es nicht um eine Reflexion der Lebenssituation in Mali, sondern einzig und allein um das Asyl- und Aufenthaltsrecht", hat er dies auf sich bezogen und beschrieben, dass er es vermeiden wollte, am Thema vorbei zu schreiben. Tatsächlich hat er mich dabei ertappt, dass ich "sehr weit ausholte", um davon abzulenken, dass ich dem oberflächlichen Geschwurbel des Journalisten "auf den Leim" gegangen bin und mich verhalten habe, wie auf einem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Sollte also das Ziel der Kommunikation in whicee auch darauf ausgerichtet sein, Selbsterkenntnis im Disput zu erlangen, so würde ich Mikee gern zum "Pfadfinder guter Kommunkation" küren.

Ich habe übrigens den Journalisten persönlich angeschrieben und ihm Mikees Kritik persönlich mitgeteilt. Er hielt jedoch seinen Artikel für informativ genug und schien sich noch nicht einmal dafür zu interessieren, wie er bei den Lesern ankommt. Er ist ein Lohnschreiberling, der sich dem Merkur verdingt hat und ohne Auftrag auch keine weiteren Recherchen in dieser Geschichte machen will. Letzteres hatte ich ihm nämlich nahe gelegt und er lehnte es recht schroff ab.

Und nun noch einmal zum Eingangssatz von Mikee: "Klasse, sind wir doch nun auf einem guten Weg zu einem Disput in der erhofften whicee-Qualität." Lasst uns reflektieren: Was ist das Ziel von whicee?

Hinter dem Ziel qualitätsvoller Kommunikation steckt vielleicht etwas, was einen "höheren" Zweck erfüllen soll? Dieser ist jedoch Teil der globalen kapitalistischen Ökonomie sowie Totalität und dem Diktat der Ware-Geld-Beziehung unterworfen: Da nur die Hardwareproduktion Mehrwert generiert, wird Software und die virtuelle Information und Kommunikation Werbeträger. Schon 1996 wurde der Begriff "Tittytainment" geprägt (siehe dazu das Buch "Die Globalisierungsfalle": https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Globalisierungsfalle ) und die Qualität gerät dadurch in den Sog quantitativer Profitmaximierung und -ausweitung bzw. kann leicht im "Tittytainment" untergehen. Die von google geschalteten Werbeanzeigen (die sich jedoch mit dem Adblocker abwehren lassen) deuten darauf hin.
Wer auf Qualität setzt, sollte sich dieser Gefahren bewusst sein.

Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn sich dies ereignen würde: "Vielleicht mag sich er Eine oder Andere auch noch einschalten, damit das Streitgespräch nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite geht."

Flüchtlingsdebatte

http://www.merkur.de/lokales/ebersberg/glonn-assling/glonn-umsonst-integriert-6001214.html