Wen man in diesem Sommer noch hören sollte? Frank Turner!

Die Krise? Ist ja zum medialen Dauerzustand geworden. Alarm, wohin das Auge schaut. Da wird man schon aufmerksam, wenn jemand unverholen Gelassenheit und Hoffnung predigt, und wähnt ihn medikamentös falsch eingestellt. Wer Frank Turner kennt, weiß natürlich, dass der Brite ohnehin nicht zur Riege jener Liedermacher gehört, die einen Konzertabend mit Akustikklampfe, Befindlichkeiten und Trübsal blasen füllen. Doch Turners neues Album trägt den aufmunternden, kumpelhaften Rückenklopfer schon im Namen: „Positive Songs For Negative People“ ist eine Sammlung von einem Dutzend Songs, die sich statt mit Unbill und Unglück lieber mit dem Danach, mit Lebenslust, Wieder-Aufstehen und Neuanfang befassen. „So open the shutters, raise up the mast / Rejoice, rebuild, the storm has passed / Cast off the crutches, cut off the cast“ heißt es in „The Next Storm“. Dieser aufmunternde, positive Grundtenor zieht sich wie ein roter Faden durch das neue Material, ohne dass sich der Brite im allzu Belanglos-Schlagerhaften und Beliebig-Phrasenhaften verliert. Gerne, wie etwa bei „Get Better“, „Out Of Breath“, „Demons“ oder „Glorious You“, lässt er dabei die Rocksau raushängen, aber auch folkige und reduzierte, akustische Klänge kommen nicht zu kurz. Wer noch ein spätes, abwechslungsreiches, unpeinliches und durchweg gelungenes Sommeralbum mit hoher Ohrwurmdichte sucht: Hier ist es.

Frank Turner - Positive Songs For Negative People