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What a lovely day!

Es ist selten, dass ein Filmsequel als besser und auch cineastisch bedeutsamer gilt als sein Vorgänger. Das ist der Fall bei „Mad Max“: Das 1979er Original war ein rasanter, nihilistischer Actionfilm. Doch erst „Mad Max 2“ von 1981 schuf eine Welt, die heute zu den Archetypen der Science Fiction gehört: Das nuklear verseuchte postapokalyptische Wasteland, spärlich bevölkert von Siedlern, motorradfahrenden Freaks und gewalttätigen Banden.

Regisseur George Miller, der bis heute die Zügel des Franchise in seinen Händen hält, konnte jetzt nach fast 20 Jahren in der „development hell“ den vierten Teil „Fury Road“ veröffentlichen.

Der Film verliert keine Zeit: Max (Tom Hardy) wird Gefangener der War Boys, die Immortan Joes Herrschaft über die „Zitadelle“ sichern. Das dort vorhandene Wasser ist Grundlage von Joes absoluter Herrschaft über eine Gesellschaft aus Kriegern, dem arbeitenden Prekariat und seinem Hofstaat.

Das Drama entfaltet sich, als Imperator Furiosa (Charlize Theron) einen Tanklastzug voll mit Wasser, Benzin und „Breedern“ – Joes persönlicher Harem zur Reproduktion – entführt, um sie zu einer besseren Zukunft in einem „green place“ gen Osten zu führen.

Den Schritt vom guten zum großartigen Film macht „Fury Road“ nicht mit Special Effects oder plot twists – sondern beispielsweise mit der Menschlichkeit, einen der gesichtslosen War Boys als selbstreflexiv und selbstbestimmt zu zeichnen, oder in der so aussichtslosen wie würdevollen Darstellung der letzten vom Stamm der „Many Mothers“.

Der einzige Wermutstropfen ist ein leicht enttäuschender Tom Hardy in der Titelrolle. Sein Gegrunze und nervöses Kopfzucken soll vermutlich Max‘ zunehmende Verrohung anzeigen, passt aber nicht zu dem Bild eines Alleingängers, der überleben will, aber trotzdem rein gar nichts mehr zu verlieren hat. Nach seinen sehr guten Performances in „Inception“ oder „Tinker Tailor Soldier Spy“ hätte ich mir Hardy souveräner und nuancierter gewünscht.

Charlize Theron reißt das wieder heraus: Sie ist die wahre Protagonistin von „Fury Road“, eine Idealistin und Feministin in einer post-moralischen Welt.

Schade übrigens, dass Immortan Joe den gesamten Film über auf eine Gesichtsmaske angewiesen ist: Der Schauspieler Hugh Keays-Byrne spielte bereits im Ur-„Mad Max“ den Antagonisten Toecutter und bereicherte den Film mit seiner ausdrucksvollen Darstellung außerordentlich.

Mad Max: Fury Road

https://www.youtube.com/watch?v=hEJnMQG9ev8