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Black Sabbath: THE END OF THE END

Anfang des Jahres gab es zwei Ereignisse, an denen ich nicht partizipierte. Aus finanziellen Gründen und aus solchen, die mit meiner Arbeit zu tun haben. Ich ahnte schnell, dass es ein Fehler sein würde, nicht auf sämtliche Hürden und Bedenken zu scheißen. In jüngeren Jahren hätte ich das. Aber Spontanität schwinden wohl mit den Jahren und plötzlich kommt einem ein Anfall von Reife in die Quere, eine Form positiv besetzter Demenz, die, wenn man nicht aufpasst, nach dem Abklingen für Fleischwunden im rückwärtigen Bereich sorgt, die von den eigenen Zähnen stammen.

Ja, ich habe BLACK SABBATH zuletzt nicht live gesehen. Und ja, ich werde mir dafür wohl für immer in den Arsch beißen. Die Band hat mich durch düsterere Phasen meines Lebens begleitet und aufgerichtet. Deren Musik bedeutet mir mehr als jede andere Musik, die mich im Lauf der Jahre bewegte. Es hängen besondere Erinnerungen an vielen Songs. Zeiten melancholischer Bedrücktheit, oder unerfüllter Liebe. Ozzies predigender Gesang spendete Trost, der wabernde, schwermütige Sound von Iommys Gitarre, Butlers Bass und Wards Gehämmere stopfte die Löcher meines Blutmuskels wohltuend, wenn sie mal wieder aufklafften, wegen hoffnungsloser Sehnsüchte, sozialphobischer Anfälle oder Bedrohungen während meiner Ausbildungszeit. Im Wesentlichen waren es "Master of Reality" und "Paranoid", welche sich endlos in meinem Sony-Walkman abrackerten. Auch die Allererste und "Sabbath Bloody Sabbath" gesellten sich im Wechsel dazu. Mit Letzteter verbindet mich eine wirklich lange Faszination, die weit vor die Zeit meiner Metal-Phase reicht.

SABBATH sind für mich der, und gelten ja tatsächlich als Götterfunken dieser Musikrichtung und ihrer zahlreichen Ableger. Immer wenn eine Band heavy klingt geht das auf Tony Iommys kaputte Hand zurück. Irgendeine Industriemaschine kostete ihm einst einige Glieder der Finger seiner linken Hand. Selbstgebastelte Finger-Prothesen zwangen ihn daher seine Gitarre fortan tiefer zu stimmen, damit die Saiten weicher zu greifen waren. Bezeichnend, dass ein Ding aus Metall also sozusagen den Metal auf den Weg brachte. Aber ich schweife ab.

Egal wie zunehmend hart mein Musikgeschmack wurde, und wie sehr gewöhnlicher Metal in meiner Gunst sank (und später wieder stieg), diese Band blieb eine unantastbare Gottheit, die gerade auch den "Todesmetallern" und "Teufelsmetallern" das Fundament ihrer Musik bewusst machte. Sie war gefühlt die Genesis von alldem. Also eine verfluchte Heilige in schwarzen, wallenden Gewändern. Neben all den Aufnähern übelster Knüppelkombos auch einen von BLACK SABBATH auf der Kutte zu haben war ein selbst verabreichter Ritterschlag.

Heute habe ich mir ihr allerletztes Live-Konzert im Kino angesehen. Ein schwacher Trost. Trotzdem ergreifend. Weil dieser Abschied mir etwas bedeutet, beinahe persönlich anheimelt. Nein, es ist persönlich aus genannten Gründen. Der Film zeigt vorwiegend ihren finalen Auftritt, streut aber immerwieder Interview-Schnipsel der legendären Musiker ein oder zeigt sie im Proberaum bei der Darbietung einiger Songs, die die Live-Setlist missen ließ. Von der aktuellen und letzten LP "13" gab es keinen einzigen Song nebenbei bemerkt. Lediglich die Klassiker. Fand ich cool. Jetzt ist es vorbei. Chance verpasst. Na wenigstens habe ich das mit Bill Ward gemein. Wir waren beide nicht da.

Noch ein schwacher Trost für mich ist, Tony Iommy und Geezer Butler wenigstens einmal live erlebt zu haben. BLACK SABBATH tourten Anfang der 90er durch die Welt und trotz damals unvollständigen Original-Lineups ließen wir es uns nicht nehmen, wenigstens die beiden live zu sehen. So sehr vergötterten wir die Band. Damals dachte noch niemand an eine Reunion. Aber ohne Ozzy gilt es natürlich sowieso nicht. Ich bin mir gerade auch nichtmehr sicher, ob da Butler wirklich dabei war. Zu lange her.

Ich sprach eingangs von zwei Ereignissen, die ich leichtfertig verspielt habe. Der Vollständigkeit halber will ich das zweite Ärgernis auch noch schnell erwähnen, auch wenn es nichts mit dem Thema zu tun hat. Ich hätte Anfang des Jahres auch John Carpenter, der für mich einer der Größten im Filmgeschäft ist, die Hand schütteln und ihn live musizieren hören können. Die "Filmmaschine" war auf einer Horror-Convention mit einem Film vertreten. Carpenter ist herumgegangen, er hat jedem Stand, somit auch unserem, einen Besuch abgestattet. Und wer ist nicht da gewesen…??

Deswegen Leute, wenn sich euch solche Gelegenheiten bieten, scheißt auf alles und nehmt sie wahr!

Metal, Satanismus, Konzert, Ozzie Osbourne

https://youtu.be/lXLzMEpGP7M