BODY COUNT - No Lives Matter

Musikalisch fiel das Jahr 2017 für mich persönlich eher mager aus. Es ereignete sich kaum etwas Brauchbares, Aufregendes. Doch auch dieses Jahr darf ein paar wenige Highlights verzeichnen, die es auf meiner persönlichen Chartliste schlagartig bis ganz nach oben geschafft haben.

BODY COUNT brachten am 31.03.2017 ihr Baby „Bloodlust“ raus. Ice Motherfucking T ist now back in the goddamn business! Er ist zurück und krass böse. Er ist angepisst as fuck, weil die Welt da draußen seit dem Release seiner ersten Platte in 1992 kein bisschen besser geworden ist.

Sie nennen ihn einen Verschwörungstheoretiker, eine weichgespülte Hollywood-Pussy, die plötzlich meint, back to the roots gehen zu müssen, einen Opa, einen Urzeitkrebs, der bis heute noch nicht kapiert hat, dass Crossover tot sei.

Sie werfen ihm vor, Gewalt gutzuheißen. Sie hassen ihn. Sie lieben ihn.

Scheiß drauf! BODY COUNT stehen nach wie vor für soziale Gerechtigkeit, für Protest, für Aggression in ihrer konstruktiven Form.

Auf der Platte befindet sich ein Track, den ich in diesem Beitrag ganz besonders hervorheben möchte. „No Lives Matter“ heißt das gute Stück. Es knallt und es beinhaltet eine wichtige Message.

Noch bevor die Musik ertönt, spricht Ice-T zu seinen Fans. Es sind einfache Worte, die das Problem fest an den Eiern packen. Er sagt Folgendes:

„It's unfortunate that we even have to say 'Black Lives Matter', I mean, if you go through history nobody ever gave a fuck. I mean, you can kill black people in the street, nobody goes to jail, nobody goes to prison. But when I say 'Black Lives Matter' and you say 'All Lives Matter', that's like if I was to say 'Gay Lives Matter' and you say 'All Lives Matter'. If I said, 'Women's Lives Matter' and you say 'All Lives Matter', you're diluting what I'm saying. You're diluting the issue. The issue isn't about everybody. It's about black lives, at the moment

But the truth of the matter is, they don't really give a fuck about anybody, if you break this shit all the way down to the low fucking dirty-ass truth.“

Aber wovon redet der Mann eigentlich? Was will der Künstler uns mitteilen?

Ice-T spricht über die internationale Bewegung, die sich für die Rechte und gegen die Gewalt gegen Schwarze richtet. Hier kann man mehr darüber erfahren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Lives_Matter

So weit, so gut! In Amerika mag das Gang und Gäbe sein, aber was hat dieser Song eigentlich mit der Situation in Deutschland zu tun? Eine ganze Menge. Denn auch hierzulande werden die Menschen immer noch nach ihrer Herkunft, ihrem Wohnort oder ihrer Hautfarbe aussortiert.

Hier in Duisburg, wo ich wohne, siehe ich das um einiges deutlicher als woanders in Deutschland. Ich sehe täglich kaputte Menschen, die vom System auf der Strecke gelassen wurden, die nie eine Chance bekommen haben und die diese Chance auch gar nicht mehr erhalten wollen. Ich sehe No-Go-Zonen. Ich sehe eine hohe Polizeipräsenz.

Ich höre Body Count und verstehe, dass Ice-T richtigliegt.

America's always been
A place that judge my skin
And racism is real as fuck
Ain't no way to play that off
And in the eyes of the law
Black skin has always stood for poor
This is basic shit
They know who they fucking with
…..
This shit is ugly to the core
When it comes to the poor
No lives matter
…..

Mein Song 2017

https://www.youtube.com/watch?v=hlk7o5T56iw