da kann man halt nix machen?!

„da kann man halt nichts machen und es ist falsch, das zu glauben“ (mal frei wiedergegeben) war eigentlich nicht das, was ich mir unter einem vorschlag vorgestellt hatte, aber ok. ich finde diese resignative haltung im prinzip nachvollziehbar. man bekommt im fetten westen ja sozusagen mit der muttermilch vermittelt, dass die konflikte dieser welt unglaublich komplex sind und man gefälligst froh sein soll, dass man selbst nicht drin steckt und dass es naiv ist, frieden zu fordern. bis der krieg eines tages vor der eigenen haustür steht und man erschüttert feststellen muss, dass die politik sich wider erwarten doch nicht drum gekümmert hat, dass eben das nicht passiert.

mit dem vorwurf der naivität habe ich gerechnet, die bezeichnung „anmaßend“ finde ich dann doch bemerkenswert. war der protest gegen den vietnamkrieg bspw. auch anmaßend? waren das einfach andere zeiten oder wo verläuft die grenze zwischen einer gerechtfertigten und einer anmaßenden forderung nach frieden?

nur weil etwas komplex erscheint heißt es automatisch, dass keine lösungen gefunden werden KÖNNEN und man bitte gefälligst auch aufhören soll, danach zu suchen? mit welchem recht? ist es entsprechend auch anmaßend, nach einem mittel gegen aids zu suchen oder den hunger in der welt zu bekämpfen? nur mal ein paar fragen, die ich mir als hoffnungsloser idealist dazu gestellt habe.

noch eins zur klarstellung: in meinem letzten comment habe ich gefragt „was können wir KONKRET tun, um unsere volksvertreter dazu zu zwingen, diesem wahnsinn ein ende zu machen?“ - mit „wir“ waren in diesem fall nicht „wir deutschen“ gemeint, so wie es anscheinend interpretiert worden ist. sondern wir alle, die zivilbevölkerung, mit den uns mehr oder weniger zur verfügung stehenden mitteln des gewaltfreien protests.

auch auf die gefahr hin, dass ich mich wiederhole: ich möchte ungern jemanden desillusionieren, aber der sog. „krieg gegen den terror“ war und ist kein philanthropischer akt, sondern sehr stark mit geostrategischen und anderen wirtschaftlichen interessen verbunden. das ist seit jahren ein offenes geheimnis und ein umstand, der nicht etwa mit der amtszeit von george w. bush endete und/oder an dem die regierung dieses landes keinen aktiven anteil hat.

ein blick auf (ja, auch und gerade) zb. deutsche rüstungsexporte dürfte zumindest erahnen lassen, dass es nicht nur „gute worte“ sind, mit denen sich die bundesregierung an diesem konflikt beteiligt. dazu empfehle ich das „schwarzbuch waffenhandel" von jürgen grässlin, erschienen im heyne verlag.

mitleid ist schön und gut, hat aber den nachteil unserer psyche zu suggerieren, wir hätten auf bestimmte ereignisse schon irgendwie adäquat reagiert und damit unsere menschliche schuldigkeit getan (stichwort: katharsis-effekt). mitleid entbindet uns aber nicht von politischer verantwortung. wie wir als zivilbevölkerung diese konkret wahrnehmen können, gilt es folglich zu erörtern. ich bin weiterhin gespannt auf vorschläge.

Syrienkrieg

http://www.bento.de/politik/aleppo-in-syrien-die-ikonischen-fotos-reichen-nicht-um-uns-wachzuruetteln-791484/

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