Der böse Geist von Mc Donald's

Findet Ihr McDonald's auch irgendwie suspekt und unsympathisch, so als Unternehmen? Ja, dafür gibt es Gründe, einige davon sind bekannt. Und nach diesem Film hat man irgendwie das Gefühl, dass von Anfang an der Wurm drin war im Geist des seelenlosen Frikadellen-Kolosses. Na ja, nicht ganz...

Denn eigentlich begann alles ganz appetitlich, mit den findigen Gebrüdern McDonald, die in den 50er Jahren mit Idealismus und innovativen Ideen das perfekt organisierte Fast-Food-Restaurant konzipierten – und den perfekten Burger, wie viele ja heute noch finden. Auch die goldenen Bögen, bis heute visuelles Herzstück der Corporate Identity, sind auf dem genialen Mist von Mastermind Mac (!) McDonald gewachsen. Sie waren es auch, die die Dollarzeichen in den Augen von Ray Kroc zum Leuchten brachten und das magische Wort FRANCHISE auf die Leinwand seines visionären Kopfkinos malten.

Es ist Krocs Geschichte, die hier erzählt wird. Darin geht um das alte Tellerwäscher-Milliönar-Wunder, um Expansion, um die Überwindung realer und gedachter Grenzen – alles Urideen des American Dream und Kern einer wahren Success Story, die zum Staunen, zum Nachdenken, aber auch zum Schaudern animiert, weil sie die menschlichen Abgründe des Unternehmertums gnadenlos ausleuchtet. Ray Kroc ist ein Raubtier. Sein ganzes Sein, Denken und Handeln ist auf den Erfolg ausgerichtet. Da gibt es keinen Platz für Fairness, Respekt, Freundschaft, Liebe.

Eine tragische Figur, dieser Kroc, eigentlich, wenn er nicht so widerlich wäre. Der perfekte Repräsentant für die Schattenseiten des amerikanischen (Entrepreneur-)Traums, zu dessen „Survival of the fittest“-Mythos immer auch gehörte, auszubeuten, abzuzocken, niederzutrampeln, auszulöschen. Gespielt wird der Antiheld mit Charme, List und Tücke von „Birdman“ Michael Keaton, der Kroc in allen Entwicklungsstadien vom Underdog zum kompromisslosen Fanatiker schillern lässt und damit auf Rezipient*innenseite ziemlich ambivalente Gefühle erzeugt.

Ein kluger, unterhaltsamer und mit viel Zeitkolorit garnierter Beitrag zum American-Nightmare-Diskurs, nicht nur für Burger-Enthusiast*innen. Und auch eine eindringliche Warnung für alle Gründer*innen, die eine geniale Geschäftsidee haben und überlegen, wem sie davon erzählen sollten...

The Founder

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