Die 3 Erfolgsfaktoren einer guten Führungskraft

Was ist eigentlich eine gute Führungskraft?
In meinem letzten Eintrag habe ich darüber geschrieben, was man braucht, um eine Top-Führungskraft zu werden. Heute geht es darum, was das eigentlich ist – eine gute Führungskraft? Gut für wen? Was ist überhaupt die Daseinsberechtigung einer Führungskraft? Und wovon ist es abhängig?
Es gibt zig Definitionen von Führungskräften, Leadern und wie man uns alle nennen mag.
Für mich gibt es eigentlich nur 3 Komponenten, die eine Führungskraft zu einem Top-Leader macht:
Das eine ist der Rahmen, in dem Du Dich bewegst. Das Zweite ist der Nutzen, den Du erreichst. Und das Dritte ist die Authentizität, die Glaubwürdigkeit, mit der das geschieht.

Immer, wenn Bayern München mal wieder Meister geworden ist, sagen alle: „Kunststück, mit der Mannschaft wäre sogar ich als Trainer Meister geworden.“ Mag sein. Und immer wieder gibt es neue, frische Trainer, die mit ihrer Underdogmannschaft Großes erreichen, um dann einen prominenten Club zu übernehmen. Und nicht selten schnell wieder scheitern.
Ist Pep Guardiola also kein guter Trainer, aber ein Dirk Schuster (Trainer des Jahres 2016) ? Oder umgekehrt?
Und was ist z.B. mit Armin Veh? Ein Trainer, der mit einigen Mannschaften völlig Sensationelles schaffte (z.B. Deutscher Meister 2007 mit Stuttgart, Einzug in den UEFA-Cup als Aufsteiger mit Eintracht Frankfurt), nur um wenige Monate später entlassen zu werden. Bei anderen Trainerstationen funktionierte er überhaupt nicht.
Weil er mal motivierter war, und mal nicht? Könnte sein, glaub ich aber nicht.
Es ist der Rahmen, in dem der Trainer funktioniert. In diesem Fall scheint es so zu sein, dass Veh mit seiner Menschenführung in Ruhe und ohne zu große Erwartungshaltung von außen ein tolles Mannschaftsgefüge herstellen kann. Mit dem Erfolg kommen hohe Erwartungshaltungen, mehr Druck auf die Spieler, durch Transfers auch andere Spielercharaktere. In diesem Umfeld scheint es nicht mehr so gut zu funktionieren.
Pep Guardiola hat es z.B. geschafft, aus seinen vielen Stars mehr zu machen, als nur eine Ansammlung von Stars. Ob er das auch, sagen wir mal, in Bielefeld geschafft hätte?
Und Dirk Schuster schaffte es, einem Team aus Underdogs einen nicht wirklich schönen, aber effektiven Fußball beizubringen. Nach seinem Wechsel zu Augsburg sollte er schön und effektiv spielen. Nach nur 8 Monaten wurde er entlassen…
Das Umfeld, in dem wir uns bewegen, entscheidet also sehr stark darüber, ob unsere Stärken auch wirklich zur Geltung kommen. Das gilt für Führungskräfte natürlich ebenso wie für unsere Mitarbeiter. Und zwar nicht nur im Fußball:
Ein guter Kumpel müsste eigentlich, den gängigen Klischees zufolge, ein skrupelloser Schweinehund sein. Denn er arbeitet in einer, oftmals zu Recht kritisierten Branche: Der Zeitarbeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese Branche oft zu Unrecht am Pranger steht. Es gibt sehr viele sehr arbeitnehmerfreundliche Varianten, aber im Bereich der ungelernten Helfer herrscht heftigster Konkurrenz- und Preiskampf. Und dasselbe gilt für die fleischverarbeitende Industrie: heftigster Preiskampf, viele ungelernte Helfer, die Löhne so niedrig wie nur möglich. Kurz gesagt: Nicht wirklich mitarbeiterfreundlich.
Und mein Kumpel hat den Vogel abgeschossen, er arbeitet in der Fleischverarbeitenden Industrie als Anbieter von Zeitarbeit….
Sagen wir mal so: Seine Möglichkeiten, seinem Team gute Arbeitsbedingungen zu liefern, sind durchaus begrenzt. Er kann seinen Leuten nicht einfach einen € mehr zahlen als die Konkurrenz, sonst verliert das Ganze Team seinen Job, weil der Auftrag futsch ist. Und wer ihn mit seinen Leuten mal reden hört, der muss sich erst mal an die Sprache gewöhnen. Obwohl ich aus dem Ruhrgebiet komme und auch einiges gewohnt bin.
Trotzdem kenne ich ihn als einen absolut warmherzigen und offenen Charakter. Und verlässlich. Wer einen Gefallen braucht, bekommt ihn von ihm. Wenn er Dir per Handschlag etwas zusagt, dann ist das Gesetz.
Was ist denn nun sein Erfolgsgeheimnis? Immerhin führt er in mehreren Betrieben und Schichten an die 400 Mitarbeiter.
Ich glaube, es ist diese Mischung aus Klarheit und Konsequenz, gemischt mit Ehrlichkeit. Bei ihm hat jeder Mitarbeiter dieselben Chancen und wird respektvoll behandelt. Das sind seine Leute oft von früheren Stationen nicht gewohnt. Aber wenn jemand ausschert und sich nicht an die Regeln hält, dann ist er auch raus. Denn er gefährdet damit die Arbeitsplätze aller. Dadurch gewinnt mein Kumpel an Ansehen vor den restlichen Mitarbeitern, sofern alles fair und nachvollziehbar ablief.
Er hat also sein Erfolgsgeheimnis gefunden.
Jetzt nehmen wir ihn mal und setzen ihn in, sagen wir mal, eine Steuerberatungskanzlei.
Deine Aufgabe wird es sein, Deinen Mitarbeitern den passenden Rahmen zu liefern, damit sie sich entfalten können. Aber das wird eine andere Geschichte…

Führungskräfte

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