Die CSU treibt Wähler in die Fänge der AfD

Wie sind die jüngsten Erfolge der AfD in Mecklenburg Vorpommern und Berlin zu erklären?

Zum einen versteht es die AfD, viele Anhänger aus dem Lager der Nichtwähler zu mobilisieren. Diese sind bisher aus Frust über die etablierten Parteien und aus Protest nicht zur Wahlurne gegangen. Die AfD bietet ein Forum für diese Bürger, denn man kann besser durch die Wahl einer solchen Partei Aufmerksamkeit erzielen, als durch Wahlverweigerung. Diese Partei ist dezidiert gegen Flüchtlinge in unserem Land, vor denen viele Angst haben, da sie uns vermeintlich den Terrorismus bringen und unseren Wohlstand kosten.

Flüchtlinge sind Fremde und das Fremde ängstigt den Menschen seit jeher. Der Mensch hat - wohl aus genetisch bedingtem Urinstinkt - seit jeher Angst vor dem Fremden. In Urzeiten war das sicher überlebenswichtig, aber seit dem sind einige Jahre vergangen und die Menschheit hat sich im Laufe der Zeit zu einer sozialen Spezies entwickelt. Die einen mehr, die anderen weniger.

Zum anderen verunsichert das wahlkampftaktische Verhalten des Fraktionspartners CSU ängstliche Bürger noch mehr und wird die CDU viele Stimmen kosten. Die Kanzlerin bringt es auf den Punkt: „wenn wir untereinander nur den kleinen Vorteil suchen um ... über den nächsten Wahlsonntag zu kommen, gewinnen nur die, die auf Parolen und scheinbar einfache Antworten setzen“.

Wer Merkels soziale, humanistische Einstellung in der Flüchtlingspolitik wählen will, wählt damit ja auch den Populismus der CSU. Das ist aber nicht im Sinne der Wähler, die Merkels Kurs richtig finden und unterstützen wollen. Wer aber den Forderungen der CSU in der Flüchtlingsfrage folgen will, wählt doch lieber gleich das Original - die AfD. Dadurch treibt die CSU weitere Wähler zur AfD.

Eigentlich könnte Angela Merkel gut auf die 56 Sitze des Fraktionspartners CSU im Bundestag verzichten. Die CDU wäre dann mit 255 Sitzen immer noch die mit Abstand stärkste Fraktion. Warum kündigt sie das Fraktionsbündnis nicht auf?! Dann hätte der Wähler wieder Klarheit darüber, wofür die Regierung steht. Die Gemeinsamkeiten, die das Bündnis einst begründeten, sind nicht mehr vorhanden. Der CSU geht in der Flüchtlingsfrage jegliche soziale, und der im Namen verankerten „christlichen“ Handlungsweise ab. Wikipedia definiert unter „Christlicher Werte“, dass der christliche Glaube die Grundlage für soziales Handeln und soziale Normen bilden sollte. Auch Barmherzigkeit ist ein wesentliches Merkmal. Insofern ist das „C“ aus dem Namen der CSU eine Mogelpackung.

Vielleicht sollte die CSU besser ein Bündnis mit der AfD eingehen.

Afd

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