Fluchtursachen bekämpfen - aber wie?

Europa ist Schauplatz einer absurden Mentalität der Ignoranz und Isolation. Grenzübergänge werden geschlossen, Zäune gebaut und die Grenzsicherung agressiv subventioniert. Alle diese Maßnahmen haben zum Ziel, die angebliche Invasion demokratiefeindlicher Ausländer zu unterbinden. Gerechtfertigt wird diese dann mit einer unüberbrückbaren kulturellen und gesellschaftlicher Differenz. Besonders Flüchtlingen vom afrikanischen Kontinent wird meist vorgeworfen, aus wirtschaftlichen Gründen die todbringende Odyssey zu wagen. Um deren Einwanderung zu verhindern, ertönt im vergifteten gesellschaftlichen Klima meist der Ruf nach einer Bekämpfung der Fluchtursachen. Doch was sind diese überhaupt und inwiefern ist die europäische Union in der Lage die Krisenherde zu stabilisieren, ist sie doch selbst einer.

In vielen der angeblich sicheren Herkunftsländer ist der Staatskörper auf fragilen Säulen des Totalitarismus und anderer fragwürdiger Systeme. Krisengeplagt und durch lokale Fehden geprägt bleibt den hoffnungslosen Menschen häufig die Flucht als einzige Option aus der vernichtenden Ohnmacht. Andersdenkende werden in den perfiden Machtspielen liquidiert und fremde religiöse Befindlichkeiten als Anlass zur Verfolgung genutzt. Ein ganzer Kontinent ist zum Spielball der Mächtigen geworden und auch der Westen verfügt über eine durchaus erwähnenswerte Schuld.

Während in der westlichen Hemisphäre freudig auf Lebensmittel spekuliert wird, veröden ganze Landstriche durch mangelnde Naturalien. Das der Welthandel die Ernährung eines jeden Bürgers zweimal gewährleisten könnte ist ein groteskes Faktum das schamlos ignoriert wird. In Kombination mit naturverbundenen Ereignissen, die aus dem Klimawandel resultieren, leiden laut dem World Food Programme der Vereinten Nationen 795 Millionen Menschen an dem vermeidbarsten Umstand. Hunger.

Auch die deutsche Wirtschaft und damit auch der gemeine Arbeitnehmer profitiert von dem Elend der dritten Welt. Der Waffe wird ihre urtypische Bedeutung als brachiale Tötungsmaschine entzogen, sie wird nahezu glorifiziert. Aus dem brachialen Tötungsinstrument mutiert ein elemtarer Wirtschaftsmotor des deutschen Marktes. Abstrakte Kriegsgeflechte entstehen nur durch die Lieferung deutschen Kriegsgeräts an menschenrechtsverletzende Regimes wie das Saudi-Arabische Königshaus oder lokale afrikanische Regierungen mit zweifelhaftem Leumund.

Wenn es um negative Konnotation geht befindet sich die Bezeichnung "Wirtschaftsflüchtling" vermutlich auf einer Stufe mit "Gutmensch". Und dennoch tut man den Flüchtenden Unrecht, wenn man behauptet das sie in ihrer lebensfeindlichen Umgebung hätten verweilen sollen. Schließlich sind wir doch mitverantwortlich für viele der brennenden Krisenherde auf dem blauen Planeten. Die Flüchtlingskrise quittiert lediglich unsere jahrelang vorgeschobene Ahnungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit. Es ist an der Zeit unsere Werte zu verteidigen, allerdings unsere Wahren. Durch Humanität, Erkenntnis und Bereitschaft ein gemeinschaftliches Miteinander zu ermöglichen.

Fluchtursachen bekämpfen - aber wie?