fragwürdiges politikum

die meldungen überschlagen sich. #parisattacks, #koelnhbf und der versuchte anschlag am jahrestag von charlie hebdo in paris sind noch längst nicht aufgeklärt (werden sie es jemals sein?), geschweigedenn verdaut.

jetzt schon wieder ein neuer terrorakt, mutmaßlich mit is-hintergrund. ausgerechnet in der türkei, die mehrzahl der toten augerechnet deutsche, der täter ausgerechnet ein syrer, der als flüchtling in die türkei eingereist sein soll. all das schien direkt nach dem anschlag in istanbul bereits festzustehen und wurde umgehend kommuniziert. auch wenn inzwischen zweifel, bspw. sogar von herrn de maiziere, daran angemeldet wurden, ob es sich bei dem attentat wirklich um eine is-aktion gehandelt habe, da die terrormiliz sich bislang nicht zu dem anschlag bekannt habe. dazu kommt die seltsame nachrichtensperre, die erdogan direkt nach dem anschlag verhängte, die zumindest mich unangenehm an die (unbeabsichtigten?) versäumnisse der deutschen medien hinsichtlich der berichterstattung über #koelnhbf erinnert.

alles in allem, genau wie die ereignisse von köln usw., ist istanbul ein ereignis mit höchst fragwürdiger „fakten“-lage, das die hiesigen medien jedoch nicht schnell genug in verbindung mit der flüchtlingsdebatte bringen konnten. die beunruhigenden (unbeabsichtigten?) folgen auf nationaler wie auch auf internationaler ebene: verwirrung, angst und gegenseitiges misstrauen wachsen, die stimmung in deutschland kocht weiter hoch, gewalttätige auseinandersetzungen im inneren werden absehbarer mit jedem vorfall, in den (wenn auch nur mutmaßlich...) flüchtlinge involviert sind.

abschließend möchte ich noch einen tweet von ernst michalek zitieren, über den wir vielleicht mal nachdenken sollten: „wer sich im geschichtsunterricht gefragt hat, wie man in den 1930ern in kurzer zeit so viel hass säen konnte, kann nun live zuschauen.“ es bleibt die frage: cui bono?

#istanbul

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-01/istanbul-anschlag-tuerkei-attentaeter-identitaet-bundesregierung