Geld stinkt nicht. Leider…

Nein, ich habe mich bislang noch nicht wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich weiß nur, dass es ein Thema ist, in entlegeneren Winkeln des Internets. Ich nähere mich ihm sozusagen jungfreudig und womöglich bringe ich wenig Neues auf's Tablett. Höchstwahrscheinlich weniger. Trotzdem will ich den Gedankensalat loswerden. Vielleicht entspinnt sich ja sogar ein interessanter Diskurs in den hiesigen heiligen Hallen, der meinem wirren Blindflug Substanz verleiht?

Auslöser ist das "Getting money out of politics" progressiver Stimmen in Amerika, um irgendwann, so das irrwitzige Ansinnen, der massiven Korruption Herr zu werden. Global eines der hartnäckigsten Probleme, schon immer, heute aber sichtbarer denn je, wie ich finde. Die Welt hat unlängst einen weiteren riesigen Schritt rückwärts getan. Die Situation ist nie toll gewesen, aber in Trump hat sie wohl ihren Meister gefunden. Korruption ist nun Chefsache und grotesk offenkundig wie lange nichtmehr. Wenn man mal betrachtet mit wem sich der gute Mann so umgeben, mit wem er wichtige Ämter besetzt hat. Unter anderem. Die Macht folgt dem Geld und umgekehrt, alles andere scheint nur Kosmetik. Seit jeher. Mammon ist ein mächtiger Budenzauber, hat kein Gesicht, kein Gedächtnis, ist der ultimative Hebel. Weil er keine Geschichte hat ist er die perfekte "Währung" die korrupte Natur des Menschen zu bezirzen, es ihm verdammt schwer bis unmöglich zu machen, nicht korrupt zu sein. Egal was man tut, sobald es einem gelingt, Machenschaften, gute wie schlechte, im Kleinen wie im Großen, in diese universelle Währung diskret zu tauschen, hortet man Macht, die von sich aus keine Rechenschaft mehr ablegt. Weil Zaster leider nicht stinkt. Das macht Korruption viel zu einfach. Deswegen ist die Welt wohl wie sie ist. Geld steht sozusagen für Erzeugnisse und Diensleistungen, die irgendjemand mal erbracht hat, aber das spielt eine Ecke weiter schon keine Rolle mehr. Aus dem Resultat einer Dienstleistung oder gar eines Verbrechens wird sofort unbeflecktes Zahlungsmittel. Aus Taten werden einfach Zahlen und damit Kaufkraft, Schmiermittel, Macht. Hätte Geld ein Gewissen müsste sich ein Großteil davon in den Taschen Vieler direkt in Blut und Scheiße verwandeln. Wäre das nicht wunderbar? Aber leider ist dem nicht so.

Geld hat sozusagen selbstreinigenden Charakter, der es von jeglichen Spuren seiner Genese befreit. Verbrechen kann genauso in Macht getauscht werden, wie die gute nützliche Tat. Geld macht beide sozusagen gleich. Wie der Tod den Verbrecher und den Heiligen. Was etwas wert ist, hängt alleine von der Korruptheit des Einzelnen ab. Mit dem Geld aus Auftragsmorden kann man Weisenhäuser bauen. Und mit dem aus Spenden für hungernde Kinder Waffen kaufen. Geld ist "Black Magic"!

Sollte man das bisherige Geldsystem daher nicht besser abschaffen? Diesen gewissenlosen Mittler, der Ursache und Folgen ignoriert, jegliche Verantwortung unkenntlich macht. Könnte man stattdessen kein anderes System der Entlohnung installieren? Ein Zahlungsmittel mit Gedächtnis. Mit einem Herkunftsstempel. Geld, das nicht gleich Geld ist.

Du arbeitest zum Beispiel in der Industrie und damit bekommst du Geld zum Leben. Nennen wir es "Lebensgeld". Damit kannst du dir kaum eine Playstation kaufen, aber Nahrung und Unterkunft mit allem Notwendigen locker unterhalten. Du willst einen Luxusartikel? Dann musst du dir ein wenig "Luxusgeld" verdienen. Wie? Mit sozialer, bzw. gemeinnütziger Arbeit. Mit "Luxusgeld" bezahlst du dann deine Playstaion problemlos. Es gibt natürlich entsprechende Wechselkurse. Mit "Lebensgeld" Luxus anzuschaffen ist möglich aber ungünstig. Mit "Luxusgeld" Essen zu kaufen ähnlich mies. Aber es ist äußerst optimal das Jeweilige mit der dazugehörigen Währung zu erstehen. Mit Gewinnen aus Aktien kannst du dir zwar eine Yacht leisten, bekommst aber keine Dreizimmerwohnung bezahlt. Mit dem Gehalt als Altenpfleger kannst du zwar kaum deine Miete berappen, dir aber schon bald eine Eigentumswohnung kaufen. Eventuell reicht es ja dann, wenn du ein paar Stunden weniger als Altenpfleger tätig bist, dafür aber handwerklichen Arbeiten in diesem Bereich nachgehst, um auch ausreichend Wurst und Käse in den tollen Kühlschrank deines großartigen Eigenheims stellen zu können. Und 'ne Cola!

Vielleicht sollte ja generell jeder einer Beschäftigung nachgehen, in der er auch soziale Arbeit zu leisten hat. Man schafft nichtmer ganze acht Stunden am Band oder legt Fließen, sondern jeder bedient ein Kombisystem aus normaler und sozialer Arbeit. Ob zu gleichen Teilen oder anders muss man halt dann sehen. Um ausreichend von beiden Zahlungsmitteln zu verdienen. Und auch um etwas sozial Nützliches zu tun. Das Nützliche bezahlt dann den Luxus. Wenn ein Beruf schon von sich aus große "soziale" Anteile hat, dann reicht natürlich der eine Job und die Bezahlung ist entsprechend aufgeschlüsselt. Wenn man Arzt ist oder Hebamme. Oder eben Altenpfleger. Wer in einer Bank arbeitet oder Autos baut muss im sozialen Segment dann schon noch Leistung erbringen. Zum Beispiel in der Obdachlosenhilfe. Oder ein paar Stunden im Park zubringen und Papierchen aufheben. Wir wären da ganz flexibel.

Ich meine das alles jetzt nicht wirklich bierernst, auch bin ich viel zu naiv, um diese komplexen Dinge zu durchschauen. Aber vom Gefühl her halte ich das althergebrachte Geldsystem für hoffnungslos überholt. Eine Einladung, Schindluder zu treiben in großem Stil.

Es ist Sonntag.

Grübeln, Sinnieren und Tagträumen..., Geldsystem, Korruption

https://youtu.be/FrSShiaq3WA