holocaust-mahnmal als selfie-kulisse

diskussionswürdiges projekt des künstlers shahak shapira: als reaktion auf das phänomen, dass viele (va. junge) leute das holocaust-denkmal für teils geschmacklose selfies nutzen. shapira kombinierte diese bilder, gefunden ua. auf facebook, instagram und tinder (!) mit aufnahmen von leichenbergen etc. aus auschwitz.

dazu stellen sich me. mehrere fragen: ist das projekt geschmacklos, und wenn ja, ist es okay, geschmacklosigkeit mit geschmacklosigkeit zu entlarven? wurde hier vielleicht tlw. mit kanonen auf spatzen(hirne) geschossen? gibt man den geschmacklosen mit ihrer integration in ein solches projekt nicht noch mehr fame, als sie für ihre geistlosen selfie-posts ohnehin schon eingeheimst haben? und: wurde die intention des denkmals, das architektonisch bewusst nicht als reiner ort der kontemplation und trauer angelegt ist, vom künstler richtig verstanden?

all diese und mehr fragen wurden in dem thread unter dem posting des urhebers von yolocaust, übrigens erfreulich konstruktiv und zivilisiert, diskutiert. fazit für mich: allein aus diesem grund ein gelungenes projekt, das mittels grenzwertiger provokation auf jeden fall eins erreicht hat – man macht sich (wieder) gedanken. und das wohl sicherlich zur rechten zeit.

yolocaust, Holocaust, Holocaust-Mahnmal, Selfie, shahak shapira

http://yolocaust.de/

Anzeige: