Ich wandere aus!

"Alle, die die AFD gewählt haben, bitte entfreundet mich!"

"Zeit das Land zu verlassen!"

"Deutschland hat nichts aus seiner Geschichte gelernt!"

Gerade quillt meine Facebook-Timeline über mit solchem Gejammere. Verständlich? Ja. Kopflos auch. Mir geht das ehrlich gesagt auf den Zeiger. Wie rückgratlos bitteschön ist das? Ja, wir hocken gerade tief im braunen Dung. Aber die Scheiße hat den "Michel" noch nicht ganz überzogen. Da hängt Kacke am Arsch. Das ist nicht schön. Doch deswegen gleich den Arsch amputieren? Oder den ganzen "Michel"?

Ich finde, egal wie groß der Haufen auch ist, man sollte versuchen ihn wegzuschaufeln und nicht einfach zurücklassen. Und 13 Prozent sind nicht Deutschland. Das reicht gerade mal für das "D…". Man sollte versuchen den Rest, nämlich ".eutschland", zu stärken und dem erkrankten "D" den Gehirntumor verkleinern. Los werden wir den allerdings nie. In einem Dorf mit hundert Menschen hausen mindestens dreizehn Arschgeigen. Drei von denen sind richtige, überzeugte Unbekehrbare. Drei sittlich zurückgeblieben. Drei bissel blöd und vier Bewohner schlecht beraten. Krebsfreie Patienten gibt es nicht. Es geht darum, diese 13 Prozent wieder unter die üblichen fünf Prozent zu kriegen. Auf totale Deppenfreiheit zu hoffen ist naiv. Aber drei, vier Prozent wären glaube ich nüchtern betrachtet normal und sind einfach ein Begleitumstand, der halt zu einer Gesellschaft gehört. Es ist wie es ist.

Wir müssen cool bleiben und dürfen den AFD-Wählern nicht den Rücken kehren. Weil die wohnen weiterhin in unserer großen WG mit uns zusammen und werden nicht ausziehen. Also hilft es nichts. Wer soll die nehmen? Oder uns? Also sollten wir ihnen begegnen und ihnen ihren Irrweg nicht durch Ausgrenzung richtig erscheinen lassen. Weil das macht Ausgrenzung und Hass. Er schweißt eine Minderheit in einer Form von angedienter Opferrolle noch fester zusammen. Als Opfer empfinden sie sich ja eh schon längst. Eine kämpfende, rebellierende Minderheit zu sein macht Spaß, stiftet Sinn und bestärkt. Schließlich sind "die anderen" ja solche ignoranten Arschlöcher, die die "heldenhafte" Haltung der "Bestohlenen" und "Verarschten" nur bestätigen oder zumindest angenehm gestalten.

Wir sollten Chemotherapie einer Amputation vorziehen. Am Arsch klebt jetzt ordentlich Kacke. Trotzdem lieber wischen, als amputieren. Wir brauchen den Arsch. Auch wenn er suppt und haarig ist. Keine Altenative. Auch nicht für Deutschland.

Afd, Bundestagswahl 2017