Iggy & The Stooges forever!

Punk ist nicht tot, er tanzt nur komisch. Könnte man denken, wenn man Iggy Pop heute so über die Bühne toben sieht. Den Karriereanfängen des wilden Protopunks, genauer, seiner Zeit mit den Stooges, widmet sich nun sein langjähriger Buddy Jim Jarmusch in dieser rasanten Dokumentation.

Dass es sich bei dem Projekt um eine Herzensangelegenheit des Indie-Kultfilmers handelt, ist hier in jeder Filmminute spürbar; unbeschwerte Begeisterung überträgt sich von der ersten Anekdote an auf den Zuschauer. Und nicht nur Punkerherzen schlagen höher, wenn Iggy barfuß und mit Augenzwinkern aus der guten alten Zeit erzählt. Dazwischen kommen selbstredend die üblichen Weggefährten und Familienmitglieder zu Wort und, klar, dröhnen auch immer wieder herrlich garagige Live- und Studioaufnahmen über die Kinolautsprecher und erinnern daran, wie roh und sexy das eigentlich alles war damals.

Neben die handelsüblichen Rockumentary-Elemente montiert Jarmusch aber auch Ungewöhnliches, wie animierte Sequenzen und Ausschnitte aus alten Filmen und Serien – was dem Ganzen Originalität und Witz verleiht, die den meisten Genrebeiträgen bei aller Fanliebe ja oft eher abgehen.

Wer allerdings Abschweifungen erwartet über die magische Zeit mit David Bowie oder über Iggys spätere Solokarriere, könnte etwas enttäuscht sein. Bowie glitzert nur mal kurz durchs Bild, ebenso andere Rock-'n'-Roll-Heroen, die ihrerzeit den Weg der Stooges kreuzten. Denn hier geht es einzig und allein um die Band. Kann man schade finden, konsequent ist es aber und gibt auch allemal genug „Raw Power“ her, vom ersten Auftritt an Halloween 1967 bis zur sensationellen Reunion auf dem Coachella 2003, die leider auch den endgültigen Schlussakkord markierte.

Trotz aller Exzesse, hier im schmeichelhaften Halbdunkeln gehalten, ist ausgerechnet „The Real Wild Child“ Iggy Pop inzwischen der letzte Überlebende der Stooges. Umso schöner, dass Jarmusch ihm gerade jetzt, zum 70. Geburtstag, dieses charmante Denkmal setzt.

Danke, Iggy, danke Jim: Ein Musikfilm, der echt mal gute Laune macht, und Lust auf mehr. Ich bin jedenfalls mit dickem Grinsen aus dem Kino gekommen. Habe mir dann erst mal nach laaanger Zeit wieder die „Raw Power“ reingezogen (war sofort wieder angefixt) und werde mir jetzt auch endlich mal die „Post Pop Depression“ von Iggy und Josh Homme anhören.

Lang lebe und tanze Iggy Pop!

Gimme Danger, Iggy Pop, Stooges, Jim Jarmusch

https://www.youtube.com/watch?v=DovOlh1GzuU

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