Islamverbot - ein kleiner Essay über unsere Werte

Besonders anhand medienpräsenter Debatten in den vergangenen Monaten und dem Nachhall abscheulicher terroristischer Gewalttaten in der westlichen Zivilisation, kommt es vermehrt zu der Forderung nach einem Verbot der angeblichen Religion des Hasses und der Uneinsichtigkeit, zumeist von anonymen Kommentatoren aus dem Internet, die sich im Kollektiv profilieren und einander bestätigen.
Diese, fast schon dystopisch anmutende Parallelgesellschaft etabliert sich besonders in sozialen Netzwerken und definieren sich durch eine beispiellose Faktenresistenz und durch eine unangebrachte Emotionalität.
Als fremdernannter Vertreter der angeblich meinungslosen und egozentrischen Generation "Z" möchte ich gerne Stellung beziehen und die Vision eines weltoffenen, jedoch nicht blinden Deutschlands aufrechterhalten.

Als häufigstes Argument wird der, durch den Islam etablierte blutrünstige Terrorismus genannt. Zunächst ist es also sinnvoll zu differenzieren und zu verstehen, dass es den Islam als solches garnicht gibt, sondern verschiedene Strömungen, die durch ihre Lokalität beeinflusst sind. Oder gab es jemals Berichte von indonesischen Terroristen, die den europäischen Kontinent angriffen? Um weiter zu differenzieren, würde ich gerne eine Studie des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts "The Gallup Organization" rezipieren. Demnach bewundert die große Mehrheit der Muslime den Westen für seine Demokratie und seine bürgerlichen Freiheiten. Auch wurden bisher alle Terroranschläge weitestgehend verurteilt von den muslimischen Verbänden, auch derer aus dem nahen Osten. Um jedoch den Kontext zu erweitern, ist es jedoch auch nötig kritische Stimmen zu zitieren. So wurden in den Pariser Banlieus der terroristische Anschlag auf die Innenstadt von perspektivlosen Jugendlichen akzeptiert und sogar zelebriert. Dies offenbart die dramatische Schattenseite von fehlgeschlagener Integration. Doch genau deshalb müssen wir mit Offenheit und unseren freiheitlichen Grundwerten reagieren. Wir dürfen keine bedauernswerte Parallelgesellschaft zulassen, die junge Menschen in ihrer verzweifelten Auswegslosigkeit isoliert, sondern wir müssen gemeinschaftlich an der Integration teilhaben um das Land nach unseren Wünschen und Werten zu gestalten. Konsequente Ablehnung aber, führt zu Unverständnis und provoziert Gewaltpotenzial.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Diese Phrase steht nicht umsonst an erster Stelle in unserer Grundlage des Staatswesens, dem Grundgesetz. Anhand ihrer, lassen sich Handlungen legitimieren, jedoch auch verurteilen. Um ein gesellschaftliches Zusammenleben zu ermöglichen ist es unabdingbar, diesen Werten zu folgen. Denn, alles was wir dem Terrorismus entgegenzusetzen haben sind Prinzipien, unveränderliche Grundwerte. Diese gilt es zu schützen. Auch Religionsfreiheit ist einer dieser unveränderlichen Grundwerte und ist ebenso schützenswert. Ferdinand von Schirach etwa, beschreibt unsere Werte ähnlich einer Freundschaft. Wenn die Freundschaft nur in guten Tagen funktioniert, in den dunklen Stunden aber ruht, so ist sie keine wahre.
Wenn unsere Werte nur in guten Tagen Gewicht haben, in schlechten jedoch ignoriert werden, dann verraten wir uns und unsere Gesellschaft.

Islamverbot

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