Je mehr desto besser?

Beim letzten Einkauf erwischte ich mich dabei, wie ich automatisiert Produkte in den Einkaufswagen legte, die ich nicht brauchte...einfach weil sie da waren. Dann fing ich an darüber nachzudenken, was ich wöchentlich einkaufe und mit welchen Verständnis bzw. mit welcher Wahrnehmung ich das mache. Meist wird nach dem eigenen Verlangen bzw. Bedürfnis eingekauft, man braucht...man will. Ist diese Wahrnehmung wirklich wahr? Braucht man jede Woche eine Variation an Obst, Gemüse, Säften und Fleisch? Ist es wirklich notwendig, mir einen Smoothie aus 10 Zutaten zu machen oder könnte ein einfacher Apfel auch reichen?
Ich erinnere mich an meine Kindheit in Russland, wo wir keine Bananen hatten und auch keine Mango oder Grapefruit. Wir aßen, was da war und kamen eigentlich immer gut klar. Im Sommer gab es Himbeeren aus dem eigenen Garten, der mit dem selbstgemachten Joghurt gemischt wurde und im Winter musste man auf die Kartoffeln zurückgreifen, die man im Herbst erntete. Es war nicht viel, aber es war genug.
In Deutschland angekommen entdeckten wir die Möglichkeit, ALLES und zwar wirklich ALLES zu allen Jahreszeiten zu erhalten.
Ist das wirklich die Normalität? Ist es unmenschlich zu verzichten? Sollten wir nicht alle mal darüber nachdenken, ob wir jeden Herbst neue Schuhe brauchen oder jeden Frühling eine neue Jeansjacke? Müssen wir uns zu Weihnachten, Ostern, zum Geburtstag und Valentinstag mit Geschenken überhäufen? Macht uns die Masse glücklich oder schätzen wir am Ende die gekauften Produkte noch weniger als zuvor? Wozu konsumieren wir überhaupt so viel? Um uns von den schrecklichen Dingen in der Welt abzuschotten? Um uns von den wirklichen Problemen der Welt abzulenken? Oder macht uns das Konsumieren schlicht und einfach glücklicher?

Massenkonsum

http://www.huffingtonpost.de/pia-mester/konsum-materialismus-uberfluss-gesellschaft_b_11157064.html

Anzeige: