Lebensrisiken richtig einschätzen

die ständige Überschüttung mit Schreckensnachrichten aus aller Welt in sämtlichen Medien schaffen in uns eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Man meint, es gebe nur noch Terror, Krieg, Gewalt, Verbrechen, Unglücke und schlechte Menschen. Würde man Leute auf der Straße befragen, wie hoch das Risiko ist, bei einem solchen Ereignis ums Leben zu kommen, so würden sicher viele sagen: mehr als 50%. 
Dabei muss man sich nur mal die statistische Wirklichkeit vor Augen führen. Einige Beispiele: 

Die Menschen haben Angst davor, bei einem Flugzeugabsturz á la German Wings im Jahre 2015 ums Leben zu kommen. Die Wahrheit: durchschnittlich sterben im Jahr weniger als 30 Menschen bei Flugzeugunglücken (Deutschland). Umgerechnet müsste ein Passagier rund 6.500 Jahre lang jeden Tag fliegen, bis er bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt. Schockrisiken, bei denen auf einen Schlag viele Menschen sterben, erzeugen viel mehr Angst als schleichenden Risiken, durch die auf lange Sicht viel mehr umkommen. 

Die Menschen haben viel mehr Angst vor Risiken, die sie nicht selber kontrollieren können, und tun oft nichts an den Umständen die sie selber beeinflussen können. So starben in den letzten 20 Jahren in Deutschland durchschnittlich pro Jahr durch Terror weniger als 2 Menschen, an Folgen des Alkoholkonsums 74.000, an Übergewicht mehr als 1500, an Tabak mehr als 100.000, Bewegungsmangel ?, Illegale Drogen 944, an Cannabis 0. Sprechen die Leute darüber genau so viel, wie über Terror-Anschläge?

oder hierüber:
19.000 Klinikpatienten sterben laut Schätzungen jährlich durch vermeidbare Behandlungsfehler (Krankenhausreport 2014 der AOK) und 58.000 Menschen durch die Nebenwirkungen von Medikamenten (Jürgen Frölich, Leiter des Instituts für klinische Pharmakologie an der Universität Hannover).

Die verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit führt dazu, dass sich die Deutschen oft gegen die kleinen Risiken versichern, jedoch die wirklich wichtigen vernachlässigen sie. Das machen sich die Versicherungen zu Nutze. Beispiel: wenn ein Versicherungsvertreter sagt, dass in meinem Viertel die Einbrüche um 50% zugenommen haben, sind sofort viele Leute bereit eine Versicherung gegen diesen schrecklichen Einbruch-Diebstahl abzuschließen. Wenn er aber sagt, dass es statt 2 Einbrüche 3 gegeben hat (was dasselbe ist) wird das als nicht so schlimm empfunden.

Versicherungen, die man wirklich braucht (neben den Pflichtversicherungen):

Haftpflicht
Berufsunfähigkeitsversicherung (betrifft jeden 4. Menschen!)
Risiko-Lebensversicherung für Angehörige

Angst