Macho Schwuchteln

Mit "Schwuchteln" meine ich nicht Schwule übrigens, sondern eben Schwuchteln. Schwuchteln gibt es in jeder sexuellen Auslegung und sind für mich Menschen mit einem stark verzerrten sexuellen Selbstkonzept. Also entweder Schwule, die so dermaßen schwul auftreten, dass "Mitschwule" sich ein wenig bis exzessiv fremdschämen oder Heteros, die sich so sehr der Vergötzung ihrer Maskulinität oder Femininität verschrieben haben, dass sie im Grunde auch schon wieder Schwuchteln sind. Also Schwuchteln! Nicht schwul. Nicht homosexuell. Aber homo. Dagegen ist ja auch noch überhaupt nichts einzuwenden, schließlich soll jeder nach seiner Fasson selig werden, aber wenn andere unbeteiligte Menschen, schwul, hetero oder auch der "Homo" des Gegenspektrums unfreiwillig den Hass abbekommen, den manche dieser Zerr-Gestalten aufgrund einer stark nach Bestätigung ihrer Auslegung dürstenden Natur mitunter gerne austeilen, meist nur verbal, manchmal aber halt auch leider physisch, dann hört die persönliche Entfaltungsfreiheit natürlich vollständig auf und Vergewaltigung beginnt. Es ist Vergewaltigung, weil es hat mit Gewalt zu tun und einen sexuell motivierten Hintergrund. Überhaupt sollte jede Form ungerechtfertigter Gewaltausübung gegen wen auch immer als Vergewaltigung gelten. Schließlich ist das alles schlimm.

Die "Schwuchtel", die die junge Frau in Berlin die U-Bahn-Treppe hinabtrat war in ihrem Auftreten in meinen Augen ein Paradebeispiel für diese Form sexueller Verunsicherung. Dieser (vermutlich) Hetero-Mann, der Männer wahrscheinlich trotzdem sehr viel lieber hat als Frauen, war mit seinen Buddys, seinen Jungs…, ähnlicher Gesinnung unterwegs und damit da auch ja keine Missverständnisse aufkommen musste wohl mal wieder ein Akt falsch verstandener Männlichkeit demonstriert werden. Männlichkeit in dieser streng limitierten Auffassung definiert sich vorwiegend über Hass auf alles vermeintlich Nicht-Maskuline. Darunter fallen so "Schwächen" wie Furchtsamkeit, Empathiefähigkeit, Respekt vor Frauen, Gefühlsduselei, Bildung, zuweilen Tierliebe (Katzen), Haushaltstätigkeiten, Freundlichkeit, Nichtrauchen, Nichtsaufen, Nichtficken, Nichtraufen, Nichtzumfriseurgehen, Nichtöffentlichfurzen oder -rülpsen und Volleyball. Nur ein kleiner Ausschnitt. Okay, so limitiert ist diese Auffassung gar nicht, aber recht einseitig und doch von immenser geistiger Beschränktheit.

Mit einem Bier in der einen Hand und einer Fluppe in der anderen trat er einer Frau lässig von hinten in den Rücken, um sie fliegen zu sehen. Das ist auf einen Blick bereits recht vielsagend. Er hätte das vermutlich gar nicht getan, wären seine geliebten Jungs nicht zugegen gewesen, die die Adressaten dieser Message waren. Ihnen wollte er wahrscheinlich wieder unmissverständlich zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Aus dem Holz der Kruppstahl-harten Schwuchtel-Ulme, wie sie in den Vorgärten der Blöden häufig vorkommt und mit Ehrlosigkeit gegossen und Armseligkeit gedüngt besonders gut gedeiht.

Ich hoffe dass er gefunden und richtig männlich hart bestraft wird. Wie wäre es mit reichlich sozialen Stunden in einem Thai-Massagesalon für schwule Männer mit Happy End-Garantie vormittags, dann einem Model-Job für Herren-Dessous nachmittags und am Abend Händchenhalten und Windeln in einem Sterbehospiz. Bloß nichts, was diese Spezies durch maskuline Romantik auch noch adelt. Also Knast und so "schmückender" Scheiß, der diesem so geliebten Selbstkonzept auch noch in die Hände spielt. Es muss weh tun. Was tut denen weh? Liebe, Empathie, soziale Ertüchtigung, halt der ganze "schwule Horror" einer modernen, fortschrittlichen Welt. Den Neandertalern muss geholfen werden.

Berliner U-Bahn-Treter

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-polizei-identifiziert-u-bahn-treter-a-1125561.html

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