Mehr Waffen= Mehr Sicherheit?

Langsam kann ich die Zeitungen nicht mehr lesen. Wohin man schaut sind Kriege, Flüchtlinge..ach ja und der böse Putin ist ja auch noch um die Ecke. Was tut man dagegen? Ein wenig Aufrüstung und schon ist das Problem gelöst, richtig?

Ich kriege manchmal wirklich schon das Kotzen wenn ich die Zeit Online öffne... besonders im Kommentarbereich sammeln sich die größten christlichen und demokratischen Kreaturen, die mir im Leben begegnet sind. Es schreien alle laut los- Aleppo ist ein Verbrechen. Die Russen sind Kriegstreiber, der Assad ein Diktator und die in diesem Fall die Rebellen die "Freiheitskämpfer". (nicht Separatisten oder Terroristen)

Wir beschweren uns über Flüchtlinge in Deutschland, über einzelne Terrorakte, die hier passieren und denken nur daran, wie wir uns jetzt vor diesen Flüchtlingen verteidigen können. Wie schützen wir Deutschland vor dem Terrorismus? Was können wir dagegen tun? Klare Antwort der Regierung - Aufrüsten!

Zunächst einmal, Deutschland ist weltweit drittgrößter Waffenexporteur. Und wohin liefern wir unsere Waffen? In den Nahen Osten..nach Saudi Arabien, Ägypten, Katar usw. (Ps. Saudi Arabien versorgt angeblich die Islamisten mit Waffen..aber wir haben ja gar nichts damit zutun, oder?) Die Grundausstattung für die Kämpfe bieten wir also an und verkaufen die feuchtfröhlich weiter.
Ps. In Syrien sind wir übrigens ohne UN-Mandat unterwegs...also ans Völkerrecht halten wir uns entsprechend nicht!

"Auf den ersten Blick verstoßen die Luftangriffe der USA gegen das Völkerrecht. Syrien hat weder ausdrücklich zugestimmt, noch gibt es ein Mandat des UN-Sicherheitsrats.Möglicherweise berufen sich die USA aber lieber auf ein angebliches Recht auf humanitäre Interventionen. Solche Interventionen – ohne Zustimmung des betroffene Staates und ohne UN-Mandat – sind bisher aber nirgends geregelt und nicht allgemein anerkannt." schreibt die taz schon im Jahr 2014.

Das heißt unser demokratischer Westen hält sich (nach Belieben) an seine Werte und Regeln und biegt sie zurecht, falls sie mal nicht passen. Zunächst rechtswidrig bombardieren und dann wundern, wieso die Menschen fliehen und ihre Heimat verlassen. Denkt jemand wirklich, ein Mensch würde freiwillig gehen, wenn es ihm gut gehen würde? Freiwillig sein Leben riskieren?

Und ständig höre ich von allen Ecken, die Flüchtlinge müssen dankbar sein.. warum müssen die Flüchtlinge überhaupt großartige und unaufhörliche Dankbarkeit aufzeigen? Der Westen zerstört die einzelnen Länder im Nahen Osten und Deutschland unterstützt es oder billigt es. Wofür also die Dankbarkeit? Dafür, dass ihre Heimat zerstört ist oder, dass Deutschland so gütig ist, sie in Containern leben zu lassen? Ja wir nehmen Flüchtlinge auf, ja darunter sind auch ein paar böse Menschen dabei (wir Deutschen sind ja auch nicht alle Engel oder?) und es passieren auch Anschläge. Die können wir jedoch nicht verhindern, indem wir die Heimat der fliehenden Menschen weiterhin zerstören.

Und ja, Russland zerstört das Land genauso und verbessert die Situation nicht. Diese Argumentation macht unser Verhalten, jedoch nicht besser. Vielleicht sollte die Gesellschaft sich mal selbst an die Nase fassen, bevor man die Flüchtlinge, die Muslime oder den Putin verteufelt.

Flüchtlingsdebatte

http://www.zeit.de/wissen/2016-12/innere-sicherheit-terroranschlaege-polizei-bundeswehr-ueberwachung