rassistische und sexistische gewalt: symptome einer kranken gesellschaft

sexismus und rassismus gehen historisch betrachtet oft hand in hand und sind strukturell verwandte geisteshaltungen: eine gruppe unterdrückt und schädigt eine andere, als minderwertig und/oder gefährlich betrachtete bevölkerungsgruppe. für beide phänomene gehören zur denkbasis auf „täterseite“ angenommene, va. biologisch begründete unterschiede zwischen den geschlechtern oder „rassen“. vorurteile, die sich im fall von sexismus bzw. rassismus in der annahme einer wie auch immer gearteten inferiorität der jeweils unterdrückten gruppe zuspitzen. beide phänomene sind symptome einer gesellschaftlichen „krankheit“, die sich aus latenter angst vor machtverlust bzw. (kollektiv) empfundener hilflosigkeit speist.

diese symptome, rassistisch motivierte gewalt und sexualisierte gewalt, sind hierzulande in jüngster zeit ebenso dramatisch wie plötzlich in erscheinung getreten; zweifelsohne ist etwas faul im staate deutschland. was zu tun ist, wie man seitens der obrigkeit künftig derartige eskalationen rassistischer UND sexistischer gewalt verhindern will, bleibt abzuwarten.

im zusammenhang mit der sog. flüchtlingsdebatte ist jedenfalls von generalisierungen dringendst abzuraten, selbst wenn es sich bei den tätern von köln und hamburg tlw. um menschen mit fluchthintergrund gehandelt haben sollte. das gegeneinander ausspielen von opfern innerhalb eines an rassismus und sexismus erkrankten systems hat zwar historisch betrachtet traurige tradition, ist aber in jedem fall kontraproduktiv. zumindest wenn interesse daran besteht, eine weitere eskalation zu verhindern.

#kölnhbf

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/koeln-silvester-sexuelle-uebergriffe-raub-faq

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