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Respekt

Hallo!
Ich klinke mich hier nun mal in die #metoo-Debatte ein. Zu Anfang gleich mal meine grundsätzliche Meinung dazu: jegliches uneinvernehmliche Anfassen oder respektlose Behandeln eines Menschen verletzt dessen Würde und muss bestraft werden!
Aber stelle ich gerade fest, dass ich als Mann, der noch nie gegen diese Regel verstoßen hat nun schon fast mit auf der Anklagebank sitze, weil ich mir schon erlaubt habe ehrlich meine Sicht der Dinge und auch meine Gedanken hierzu zu äußern. Zuletzt saß ich mit vier Damen an einem Tisch und das Gespräch kam eben genau auf das Thema Sexualisierung und Objektivierung der Frau. Und was denn in meinem Kopf vorgehen würde, wenn ich denn bspw. das Bild eines Aktmodels sehe. Hierzu habe ich meine Meinung geäußert, die wie folgt lautet: Die Dame auf dem Bild objektiviert sich selbst und macht dies aus Spaß oder Geldgründen. Anhand des Bildes kann ich nicht auf den Charakter eines Menschen schließen und dieser kümmert mich auch nicht. In erster Linie denke ich also daran mit der Person auf dem Bild Sex zu haben. Und diesen Gedanken finde ich persönlich nicht verwerflich. Die Damenrunde sah dies jedoch ganz anders. Ich habe das Beispiel gebracht, dass mich eine Bierwerbung mit einer, sich lasziv räkelnden, Dame auf dem Bild nicht zum Biertrinken anregt sondern wenn überhaupt Lust auf eben jene Dame macht. Daher verstehe ich auch Werbung mit nackten Menschenkörpern nicht. Ich musste mir dann anhören, dass es ja wohl normal wäre eben nicht an Sex zu denken sondern einfach nur an den schönen Körper und evt. den Menschen dahinter. Mein Argument, dass es ja ein Unterschied wäre zwischen dem was ich tue, wie ich der Person begegnen würde und was ich denke wurde abgeschmettert und gleich gesetzt. Belästigung würde ja schon im Kopf beginnen.
Mir wurde auch gesagt ,dass viele Frauen, gerade im Showbusiness keine Wahl haben und sich ausziehen müssen um voran zu kommen und dass Männer die Damen objektivieren und nicht die Damen sich selbst.

Das ist nur mal ein kleiner Abriss der Gesprächsrunde von 5 Menschen und wundersamerweise ist an mir noch alles dran.
Abschließend hier noch meine Meinung und Erfahrung als Kernaussage des Artikels.
In fast allen Filmen sind Nacktszenen völlig unnötig und wenn doch, dann bitte alle Geschlechter! Jeder Mensch soll sich wann und wo er möchte nackig ablichten lassen dürfen und sich selbst objektivieren. Jeder Mensch soll sich anziehen dürfen wie er möchte. Wenn ein bestimmter Karriereerfolg nur möglich ist, wenn sich der Mensch gegen seinen Willen objektiviert, dann sollte dieser Mensch eben schlicht ein anderes Karriereziel anstreben. Ich werde in meinem Beruf nie viel Geld verdienen, aber meine Seele gehört mir! Also setzt Prioritäten damit später nicht geweint werden muss. Begegne jedem Menschen grundsätzlich einmal mit Respekt, sofern Du nicht mehr als sein Bild - in welcher Form auch immer - kennst. Auch ein "Pornosternchen" ist ein Mensch, der Respekt verdient, so wie die Putzfrau und die Ärztin. Und keine der dreien darf ohne Zustimmung betatscht werden.
Ich lasse mir aber nicht meine Gedanken und das Recht verbieten wann und wo ich an Sex mit wem auch immer denke! Und dies stellt mich noch lange nicht auf eine Stufe mit einem Sexualstraftäter.
Ich habe gelernt, dass die Damen in meinem Umfeld andere Gedankengänge haben als ich. Diese respektiere ich und erwarte im Umkehrschluss, dass meine respektiert werden.
Vielleicht habe ich an diesem Abend auch schockiert weil ich einfach ehrlich war und mich nicht als Waisenknabe präsentiert habe - ich weiß es nicht.
Ich selbst fasse es als Kompliment auf, wenn ein Mensch zu mir sagt, dass er gerne mit mir schlafen würde, aber ich weiß, dass dies nicht jedem so geht, also behalte ich das für mich. Aber ich habe keine Angst davor ein ehrliches Kompliment über Charakter, Augen, Haare, Klugheit, Empathie, was weiß ich was los zu werden. Und diese Komplimente kommen von Herzen, denn wenn ich diese Ausspreche, dann nur im persönlichen Kontakt und dabei sehe ich den Menschen und nicht nur die Verpackung und genau das ist es doch worauf es ankommt. Einem Menschen mit Respekt begegnen und sich selbst nicht in Geiselhaft für die eigenen Gedanken nehmen - denn es geht auch um den Respekt vor sich selbst. Und bei einem Übergriff gegenüber anderen verliere ich diesen schlussendlich auch vor mir selbst.

#MeToo