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scheinheilig: "willkommenskultur"

ist doch eigentlich ein schönes wort, „willkommenskultur“. und ich will sicher nichts gegen "refugees welcome"-banner sagen oder gegen die tausenden von freiwilligen helfern, die dieses jahr im einsatz waren. trotzdem ist "willkommenskultur" für mich ein zynischer euphemismus. ein scheinheiliger, im zuge der sog. flüchtlingskrise erfundener begriff, in dessen strahlkraft sich „der geläuterte deutsche“ zusammen mit mutti merkel in diesem jahr eine zeit lang sonnen durfte.

hinter dieser aufgeblasenen floskel versuchen sich hässliche wahrheiten zu verstecken: öffentliche hetze, brennende flüchtlingsunterkünfte und nicht zuletzt der nun auch mit deutschem einsatz geführte „krieg gegen den terror“ in syrien sind ausdruck dieser „unserer“ sog. willkommenskultur. frei nach dem motto: kommt ruhig her, wenn ihr es schafft, während wir eure freunde und familien wegbomben (oder zumindest anderen dabei den rücken decken). warum eigentlich? damit sie keine terroristen werden. was sie aber wahrscheinlich sowieso schon sind oder zumindest unter generalverdacht stehen, denn sonst ließe sich dieser krieg ja kaum legitimieren.

fragt sich im gegenzug, wie willkommen deutsche, französische und us-truppen auf ihrer mission im namen der „westlichen freiheit“ wohl in syrien sind? wenn man sich dort ungerechter weise nicht so sehr freut, muss es wohl daran liegen, dass die abendländischen begriffe von gerechtigkeit und zivilisiertheit einfach nicht verstanden wurden. willkommen in absurdistan.

MEIN (UN-)WORT DES JAHRES

http://www.zeit.de/2015/37/willkommenskultur-deutschland-fluechtlinge-zeitgeist